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Gegner der Gelbwesten machen mobil: 10.000 "Rote Schals" in Paris

Gegner der Gelbwesten machen mobil: 10.000 "Rote Schals" in Paris
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REUTERS/Benoit Tessier
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"Gegen die Gewalt" stand auf einer großen Banderole. Bei der ersten Demonstration von Gegnern der Bewegung der Gelbwesten haben in Paris nach Angaben der Präfektur etwa 10.500 Menschen mitgemacht. Sie sagen, sie stehen für Demokratie und gegen eine "Revolution".

Der Protestzug marschierte im Regen von Place de la Nation zur Place de la Bastille.

Eine ältere Pariserin erklärte: "Wir haben Nase voll davon, dass jeden Samstag unsere Geschäfte zerschlagen werden. Dass man nicht mehr rausgehen und einkaufen kann. Wir haben immer Angst."

Eine andere Frau meinte: "Am Monatsende habe auch ich Mühe mit dem Geld, aber das ist keine Grund, um alles kaputtzuschlagen oder die Sicherheitskräfte anzugreifen. Damit bin ich nicht einverstanden."

Ein Mann sagte: "Wir brauchen Lösungen, keine Blockaden."

Und ein anderer Teilnehmer erklärte auf Englisch: "Ich bin hier, weil seit zwei Monaten eine gewalttätige Minderheit verscuht, unsere Republik und unsere Demokratie zu zerstören. Ich glaube, dass es unsere Pflicht ist, hier zu sein und die Institutionen zu verteidigen."

Auch Vertreter der Partei von Präsident Emmanuel Macron "La République en Marche" beteiligten sich an dem Protest, aber sie erklärten, dass sie als Bürger und nicht als Stellvertreter der Regierungspartei dabei seien. Laut Le Monde waren etwa ein Dutzend Abgeordnete und sechs Senatoren bei dem Protestmarsch in der französischen Hauptstadt.

"Foulards rouges" - "Rote Schals" gegen "Gilets jaunes" - "Gelbe Westen"

Das Erkennungszeichen der Gegner der "Gelben Westen" sind "Rote Schals", sie nennen sich auf Französisch "Foulards rouges".

Auf Twitter treten sie für ein "befriedetes Frankreich" ein, das zum Dialog zurückkehren sollte. Sie verstehen sich als die "stillen" Vertreter des Landes, die zu lange geschwiegen hätten.

Einige Teilnehmer erklärten auch, dass sich ihre Bewegung nicht gegen die "Gelben Westen" richte. Sie wollten nur keine Gewalt und seien dafür, die bestehenden demokratischen Einrichtungen beizubehalten.

Schock über Verletzung

In ganz Frankreich hatten am Samstag nach offiziellen Angaben etwa 69.000 Menschen bei Protesten der Gelbwesten mitgemacht. Aufsehen erregte dabei vor allem, dass einer der führenden Köpfe, Jérome Rodrigues, am Auge verletzt wurde. Welches Geschoss genau den 40-Jährigen traf, wird nun untersucht. In einem Interview erklärte Rodrigues, er sei 7 bis 8 Stunden lang am Auge operiert worden.