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Vor 50 Jahren: Bett-Happening mit John und Yoko für den Frieden

Vor 50 Jahren: Bett-Happening mit John und Yoko für den Frieden
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D. R.
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“Aus Paris ging’s zum Amsterdam Hilton“, sangen die Beatles in „The Balad of John and Yoko“ (Mai 1969), „eine Woche quatschen im Bett.“ 50 Jahre ist das her, dass John Lennon und Yoko Ono aus Protest vor allem gegen den Vietnam-Krieg und die Verwicklung der USA ihre Flitterwochen im Bett verbrachten.

„Was macht ihr da im Bett“, heißt es in dem Pop-Klassiker weiter, die Antwort: "Wir versuchen nur, uns Frieden zu bringen."

Der Pop-Fotograf Claude Vanheye war auch da.

„Und ich habe John gefragt: 'Könntest du bitte die Brille abnehmen?' Er drauf: 'Oh nein. Das bin ich. Das ist John Lennon.' Und dann sagte Yoko: 'Hey John, was für eine widerliche Antwort. Dieser Junge fragt dich so freundlich. Was für eine verrückte Antwort.' Lennon: 'In Ordnung, in Ordnung, in Ordnung, ich werde es tun. Ich werde es tun.' Und dann nahm er seine Brille ab und ich konnte das einzige Foto machen ohne Brille. Es ist ein glücklicher Schnappschuss."

IM PYJAMA FÜR DEN FRIEDEN

Sieben Tage lang saßen und lagen John und Yoko im Bett – gesittet im Pyjama. Ans Fenster hatten sie Poster geklebt: «Hair Peace» und «Bed Peace».

Die Weltpresse wartete vergeblich auf Sex and Rock n‘Roll. «Das ist kein Luxus, sondern harte Arbeit, den ganzen Tag eure Fragen zu beantworten», sagte Lennon und forderte als Friedensinitiative: «Lasst eure Haare wachsen.»

Der Beatles-Historiker Mark Lewisohn über eines der legendärsten Happenings der 60er Jahre:

"Ich meine, 50 Jahre danach ist es an der Zeit, dass wir ihre Botschaft, 'gebt dem Frieden eine Chance' tatsächlich noch einmal anhören. Sie haben nicht gesagt, dass dies möglich ist, sie haben nur jeden dazu gedrängt, die Möglichkeit zu erwägen, dass dies möglich ist."

Trotz einer Neuauflage des Happenings in Montreal – John durfte wegen eines Drogendeliktes nicht nach New York und schrieb dort die Friedenshymne "Give Peace a Chance" – endete den Vietnam-Krieg erst sechs Jahre später, nach mehr als 5 Millionen Toten. Fünf Jahre danach starb John Lennon in New York durch die Schüsse eines Attentäters.

su