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"Neun Monate Krieg": Wie ein Einsatz in der Ostukraine eine Familie verändert

"Neun Monate Krieg": Wie ein Einsatz in der Ostukraine eine Familie verändert
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Jani Lelics, Anfang Zwanzig, Angehöriger der ungarischen Minderheit in der Westukraine, wird zum Einsatz an die Front im Osten des Landes gerufen. Im Gegensatz zu vielen jungen Männern in seinem Land, entscheidet er sich dagegen, vor dem Militärdienst ins Ausland zu fliehen. Der ungarische Regisseur László Csuja hat mit "Neun Monate Krieg" einen Dokumentarfilm über Lelics' Einsatz gedreht - eine Zeit voller Hoffen und Bangen, auch für die Daheimgebliebenen. "Als wir nach den ersten drei Tagen telefoniert haben, habe ich plötzlich einen großen Knall gehört", so Lelics' Freundin Zsanett Pál. "Plötzlich war die Verbindung weg. Ich habe Panik bekommen, erlitt fast einen Nervenzusammenbruch. Aber Gott sei Dank hat er mich nach zwei Tagen zurückgerufen und alles war gut."

"Sie haben uns gesagt, dass wir niemandem vertrauen dürfen", so Lelics selbst. "Auch wenn wir zusammen aufstehen, zusammen essen, nebeneinander schlafen, sollen wir einander nicht vertrauen. Wir sollen ganz einfach unsere Arbeit machen, das ist alles."

Regisseur Csuja war eigentlich in der Ukraine, um einen Film über Geister zu drehen - bis er merkte, dass er an dem Thema Krieg nicht vorbeikam. "In der Kirche zum Beispiel habe ich keine jungen Männer gesehen", so Csuja. "Nur Frauen und ältere Menschen, weil alle jungen Männer an der Front oder vorm Kriegsdienst geflohen waren. Da habe ich gemerkt, dass dieses Thema allgegenwärtig war."

Der Filmemacher hat die Daheimgebliebenen - vor allem die Mutter des Soldaten - begleitet. Er ist dabei, wenn der Sohn auf Fronturlaub nach Hause kommt und dokumentiert die schwere Wiedereinfindung in den Alltag nach dem Kriegseinsatz. Die Aufnahmen von der Front hat der Protagonist selbst mit seinem Handy gedreht - neun Monate im Ausnahmezustand.