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Nordmazedonien wählt Präsidenten

Nordmazedonien wählt Präsidenten
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Nordmazedonien wählt am Ostersonntag einen neuen Präsidenten, drei Kanditaten bewerben sich auf das Amt.

Nach dem Abkommen mit Griechenland und der Umbenennung des kleinen Balkanlandes von Mazedonien in Nordmazedonien im Februar ist es eine erste Testwahl für die regierenden Sozialdemokraten unter Ministerpräsident Zoran Zaev.

Deren Präsidentschaftskandidat Stevo Pendarovski gilt als Favorit. Der ehemalige Berater für nationale Sicherheit im Kabinett des Präsidenten und Befürworter des Namensabkommens mit Griechenland will die Wähler verschiedener ethnischer Gruppen mobilisieren - um sich so auf den Weg in Richtung EU zu machen.

Stevo Pendarovski: "Wenn meine Kandidatur von der Mehrheit der in Nordmazedonien lebenden Menschen unterstützt wird, bedeutet dies einen zusätzlichen Schub für die Reformer und die pro-europäische Bewegung in der Region. Es würde auch den Menschen in anderen Länder zeigen, dass dies der richtige Weg ist. Es geht nur vorwärts, indem wir die Streitigkeiten und Probleme in der Region lösen."

Seine stärkste Gegnerin ist die Professorin Gordana Siljanovska Davkova von der oppositionellen nationalistischen VMRO-DPMNE. Ihr Parteikollege und bisherige Präsident Djordje Ivanov kann nach zwei Amtsperioden nicht mehr antreten. Für sie ist das Namensabkommen erniedrigend und sie fordert, es zu revidieren.

Gordana Siljanovska Davkova: "Ihre Politik ist missachtend, sie missachten internationales Recht und die Werte unserer verfassungsmäßigen Ordnung. Und all das im Namen des Namensabkommens mit Griechenland, im Namen der guten Nachbarschaft; gute Nachbarschaftsbeziehungen werden jedoch nicht auf vergessener Würde aufgebaut."

Der dritte Kandidat ist der unabhängige Blerim Reka. Der ehemalige Botschafter Nordmazedoniens in der EU ist für das Namenabkommen und die Bewerbung Mazedonies auf die EU-Mitgliedschaft. Der Proeuropäer albanischer Abstammung kritisiert aber die Reformen der Regierung im Bereich der Rechtsstaatlichkeit.

Blerim Reka: "Es ist an der Zeit, dass Mazedonien beginnt, eine rechtsstaatliche Republik aufzubauen. Wir müssen gegen Korru ption und organisiertes Verbrechen kämpfen und Reformen in der öffentlichen Verwaltung umsetzen. Warum? Weil ich glaube, dass wir nur mit diesen Voraussetzungen in der Zukunft ein neues Mitglied der Europäischen Union werden können."

Eine eventuell nötige Stichwahl findet am 5. Mai statt. Der Präsident in Nordmazedonien hat überwiegend nur repräsentative Aufgaben, kann aber neue Gesetze verzögern.

Unser Euronews-Korrespondent vor Ort in Skopje Borjan Jovanovski kommentiert: "Die erste Wahlrunde findet am 21. April statt. Das Wahlergebnis wird ein Test dafür, inwieweit das Namensabkommen, das den seit langem bestehenden Streit zwischen Griechenland und Nordmazedonien beigelegt hat, in der Bevölkerung akzeptiert ist. Die Umsetzung dieses Abkommens ist entscheidend dafür, ob Nordmazedonien im Juni vom Europäischen Rat grünes Licht für den Beginn der EU-Beitrittsverhandlungen erhält."