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Sri Lanka: Zahl der Opfer nach unten korrigiert

Sri Lanka: Zahl der Opfer nach unten korrigiert
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Reuters /THOMAS PETER
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Das Gesundheitsministerium in Sri Lanka hat die Zahl der Toten bei den Anschlägen vom Ostersonntag um mehr als 100 nach unten korrigiert. Bei den Anschlägen seien 253 Menschen ums Leben gekommen, nicht wie zuletzt angegeben 359. Der Generaldirektor der Gesundheitsdienste, Anil Jayasinghe, teilte am Donnerstagabend mit, die genaue Zahl sei unklar, weil die Körper extrem verstümmelt worden seien. Auch die Zahl der Verletzten korrigierte er von früher 485 auf 149 nach unten.

Nach den jüngsten Zahlen des Außenministeriums Sri Lankas waren 40 Ausländer unter den Todesopfern. Es war zunächst unklar, ob sich auch diese Zahl ändern wird.

Weitere Anschläge befürchtet

Vier Tage nach den Attentaten vom Ostersonntag herrscht in Sri Lanka Angst vor weiteren Anschlägen. Immer wieder kommt es zu kontrollierten Explosionen verdächtiger Objekte.

Am Donnerstag wurde in Colombo aufgrund eines Bombenalarms die Zentralbank abgeriegelt und eine Zufahrtsstraße zum Flughafen zeitweilig gesperrt. Auf Rat der Sicherheitskräfte werden in den katholischen Kirchen des Landes vorerst keine Gottesdienste mehr abgehalten.

Zudem wurden nach Regierungsangaben die Sicherheitsvorkehrungen an Kirchen landesweit erhöht. Nachdem die Terrormiliz "Islamischer Staat" die Attentate für sich reklamiert hat, wächst die Angst der muslimischen Bevölkerung vor Reprassalien.

Unter Muslimen wächst die Angst

"Natürlich haben wir Angst" , sagt ein Mann in der Küstenstadt Stadt Negombo. "Viele Familie wagen nicht, ihre Kinder in die Schule zu schicken. Wir rechnen jederzeit damit, dass uns etwas passieren könnte. Bei uns sind alle Geschäfte geschlossen, und das seit vier Tagen,"

In der der St.-Sebastian-Kiche von Negombo hatte sich am Sonntag einer der Selbstmordattentäter während der Ostermesse in die Luft gesprengt. Mehr als einhundert Gemeindemitglieder wurden getötet.

"Wenn ich meine Bekannten frage, ob ich kondolieren darf, sagen sie, bitte komm nicht, denn es gibt ein paar Leute, die wir nicht kontollieren können", sagt ein Moschee-Vertreter.

76 Verdächtige in Gewahrsam

Mindestens 359 Menschen kamen bei den Anschlägen auf Kirchen und Luxushotels ums Leben, aAuch 34 Ausländer unter anderem aus Großbitannien, den Niederlanden, Dänemark und Japan.

Die Ermittler gehen davon aus, dass die Anschläge von neun Selbstmordattentätern ausgeübt wurden: Acht Männern und einer Frau.

In der Nacht zum Donnerstag nahm die Polizei weitere 16 Verdächtige im Zusammenhang mit den Anschlägen fest. Insgesamt befinden sich damit nun 76 Verdächtige in Gewahrsam.