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Sri Lanka: Was wir über die 9 Selbstmordattentäter wissen

Sri Lanka: Was wir über die 9 Selbstmordattentäter wissen
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SIRASA TV via REUTERS
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Bei den Attentaten vom Ostersonntag in Sri Lanka wurden mindestens 359 Menschen getötet, mehr als 500 weitere wurden verletzt. Unter den Getöteten sind laut Unicef 45 Kinder - auch die drei Kinder des reichsten dänischen Unternehmers.

9 Selbstmordattentäter aus Sri Lanka

Die Behörden gehen inzwischen davon aus, dass sich neun Selbstmordattentäter - alle aus Sri Lanka - in drei katholischen Kirchen in verschiedenen Orten und in drei Luxushotels in der Hauptstadt Colombo in die Luft gesprengt haben. Wenig später gab es noch zwei weitere Explosionen.

Nach und nach werden die Videos von Überwachungskameras veröffentlicht, auf denen Männer mit Rucksäcken an den Anschlagsorten zu sehen sind. Unter den Selbstmordattentätern sei aber auch eine Frau, meinen die Ermittler.

Seit Sonntag wurden mehr als 60 Verdächtige im Zusammenhang mit den Anschlägen festgenommen.

Acht der neun mutmaßlichen Attentäter seien identifiziert, meldeten die Behörden in Colombo an diesem Mittwoch.

Videos von Überwachungskameras zeigen Männer mit Rucksäcken

SIRASA TV via REUTERS
Mann mit Rucksack im Aufzug des Shangri-La-Hotels in ColomboSIRASA TV via REUTERS

>>> Ein erstes Video 3 Tage nach den Anschlägen erregt Aufsehen

Sri Lankas Regierungschef Ranil Wickremesinghe sagte am Dienstag auf einer Pressekonferenz, dass die Person, die auf dem folgenden Bild zu sehen ist, einer der Verdächtigen sei. Er könne dessen Identität aber nicht bestätigen.

CCTV/Siyatha News via REUTERS

Studium in Großbritannien und Australien - und eine Frau?

Einer der mutmaßlichen Selbstmordattentäter hat laut dem Verteidigungsminister sowohl in Großbritannien als auch in Australien studiert.

"Wir glauben, dass einer der Selbstmordattentäter in Großbritannien studierte und später sein Postgraduiertenstudium in Australien fortsetzte, bevor er zurückkam und sich in Sri Lanka niederließ", sagte Ruwan Wijewardene an diesem Mittwoch.

Er fügte hinzu, dass viele der Verdächtigen durch ihre Aufenthalt oder Studien im Ausland internationale Verbindungen hätten.

Wijewardene berichtete auch, dass einer der neun mutmaßlichen Attentäter, die sich in die Luft sprengten, eine Frau gewesen sei.

"Gut ausgebildete junge Leute aus der Mittelschicht"

Verteidigungsminister Wijewardene sagte zur Gruppe der Selbstmordattentäter: "Die meisten von ihnen sind gut ausgebildet und stammen aus der Mittel- oder Oberschicht, so dass sie finanziell recht unabhängig sind*, sagte er.

"Einige von ihnen haben, glaube ich, in verschiedenen anderen Ländern studiert, sie haben Abschlüsse, LLMs (Abschlüsse in Jura), sie sind ziemlich gut ausgebildete junge Leute."

Hatten sie Hilfe von aus dem Ausland?

Der so genannte Islamische Staat (IS) hat am Dienstag die Verantwortung für die tödlichen Angriffe vom Sonntag auf Sri Lanka übernommen, seine Behauptung aber nicht mit Beweisen untermauert.

Die Regierung hat die National Thowheed Jamath (NTJ), eine islamistische Bewegung, für die Angriffe verantwortlich gemacht, aber Premierminister Ranil Wickremesinghe sagte, dass es "einige Verbindungen" zum IS geben könnte, da die Ausbildung und Koordination zeige, dass es "scheinbar eine ausländische Beteiligung" gegeben habe.

Die Sicherheitsbehörden überwachen laut dem Verteidigungsminister die Dschihadisten, die vom IS nach Sri Lanka zurückgekehrt sind.

Einige Verdächtige sind noch auf der Flucht.

Regierungschef Wickremesinghe sagte auf bohrende Nachfragen eines Journalisten, dass einige Verdächtige noch auf der Flucht seien und dass einige von ihnen noch Sprengstoffe bei sich haben könnten.

Was war das Motiv?

Verteidigungsminister Ruwan Wijewardene erklärte am Dienstag im Parlament, dass die Explosionen "Vergeltungsmaßnahmen" für den Angriff auf zwei Moscheen in Neuseeland am 15. März seien. Die Polizei hat diese Begründung zunächst nicht bestätigt.

Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern sagte, ihrer Regierung seien keine Informationen bekannt, die darauf hindeuteten, dass die Explosionen eine Vergeltung für tödliche Schüsse auf Moscheen in Christchurch seien.