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E-Tretroller: Frankreich plant Gesetz

E-Tretroller: Frankreich plant Gesetz
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In Deutschland hat der Bundesrat gerade den Weg zur Zulassung von Elektro-Tretrollern frei gemacht - in Frankreich sind die Gefährte schon seit Längerem erlaubt. In Paris sind mindestens 15.000 Roller unterwegs, in Lyon etwa 5000. Wildes Parken und Dutzende Unfälle sorgen für Unmut. Einige Städte haben die E-Roller erst mal zugelassen, ohne den Gebrauch zu regulieren. Die Stadt Paris führte mittlerweile ein Gehwegverbot ein, das mit einer Geldstrafe geahndet wird. Die französische Regierung will den Gebrauch nun landesweit einschränken und in die Straßenverkehrsordnung aufnehmen. Ab Herbst sollen Geschwindigkeitsbeschränkungen und ein Mindestalter von 8 Jahren gelten.

Ryan Thompson, euronews: "Nicht nur die französische Hauptstadt wird von den Rollern geplagt. Lyon ist schon lange offen für solche Transportgeräte, die Stadt war die erste, die in Frankreich ein Mietradsystem aufgebaut hat und die Roller sind sehr beliebt. Aber mittlerweile drängt die Stadt auf landesweite Regeln."

Jean-Yves Secheresse, stellvertretender Bürgermeister von Lyon: "Der Gebrauch der Roller ist nicht in der Straßenverkehrsordnung geregelt, also wäre es angemessen diese juristische Lücke, wie von der Ministerin angekündigt, bald zu schließen, so dass die Städte dafür sorgen können, dass die Lyoner diese Gefährte nutzen können, ohne Fußgänger und Radfahrer zu stören."

Die Stadt führte bisher ein Verbot für Bürgersteige ein, außerdem dürfen die Roller nicht so abgestellt werden, dass sie andere Verkehrsteilnehmer stören. Doch Lyon will noch weiter gehen. Secheresse: "Wir werden versuchen, die Geschwindigkeit zu begrenzen. Wir arbeiten bereits mit einem US-amerikanischen Anbieter zusammen, der die Geschwindigkeit der Roller anhand von Geo-Daten drosseln kann."

In Deutschland müssen die zukünftigen Nutzer der E-Roller mindestens 14 Jahre alt sein. Die Gefährte dürfen nur auf Radwegen zum Einsatz kommen.

In Frankreich begrüßen die Firmen, die die Roller anbieten, die Einführung von Regeln. Viele geben Verhaltensanweisungen über ihre Apps aus, haben aber bisher wenig dafür getan, dass diese auch befolgt werden.

Antoine Bluy arbeitet für den größten Anbieter in Frankreich, der seit Monaten mit der französischen Regierung im Gespräch ist: "Wir freuen uns über das Gesetz, das die Roller in die Straßenverkehrsordnung aufnimmt. Wir leiden heute am meisten darunter, dass es keine umfassenden Regeln gibt und wir arbeiten an dem Gesetz mit, weil wir auch finden, dass die Roller außerhalb der Gehwege genutzt werden sollten, wenn sie schneller fahren als Schrittgeschwindigkeit. Wir hoffen, dass durch das Gesetz Missachtungen bestraft werden."

Den Sommer über herrscht noch Narrenfreiheit für die Roller - wenn es läuft wie von der Regierung geplant, trittt das Gesetz im September in Kraft.