Der ukrainische Präsident erklärte, dass ukrainische Experten im Nahen Osten bereits in "mehreren Ländern" iranische Drohnen mit in der Ukraine hergestellten Abfangdrohnen abgeschossen hätten.
Ukrainische Soldaten haben bereits erfolgreich iranische Drohnen vom Typ Shahed abgeschossen, die auf Länder im Nahen Osten zielten. Das sagte Präsident Wolodymyr Selenskyj in seiner ersten öffentlichen Würdigung der Ergebnisse ukrainischer Spezialisten in der Golfregion.
Selenskyj erklärte, die vor Ort eingesetzten Experten seien Teil der umfassenderen Bemühungen Kyjiws, "den Partnern bei der Abwehr derselben Waffen zu helfen, die Russland in der Ukraine einsetzt".
Der ukrainische Präsident äußerte sich bereits am Mittwoch gegenüber Reportern, doch der Inhalt des Briefings wurde bis Freitag unter Verschluss gehalten.
Selenskyj sagte, die ukrainischen Streitkräfte seien an aktiven Einsätzen beteiligt gewesen und hätten dabei Abfangdrohnen aus eigener Produktion eingesetzt.
Details zum Kooperationsabkommen mit den Golfstaaten
"Wir haben unsere Militärexperten in den Nahen Osten entsandt, darunter Spezialisten für Abfangdrohnen und elektronische Kriegsführung. Wir haben einigen Ländern demonstriert, wie man mit Abfangdrohnen arbeitet", sagte er und enthüllte damit erstmals die Strategie Kyjiws nach den Kooperationsabkommen mit den Golfstaaten.
"Haben wir iranische Shaheds zerstört? Ja, das haben wir. Haben wir das nur in einem Land getan? Nein, in mehreren. Und meiner Meinung nach ist das ein Erfolg."
Selenskyj sagte, bei der militärischen Präsenz der Ukraine vor Ort gehe es "nicht um eine Ausbildungsmission oder Übungen, sondern um die Unterstützung beim Aufbau eines modernen Luftverteidigungssystems, das tatsächlich funktionieren kann".
"In den Ländern, die uns ihre Luftverteidigungssysteme zugänglich gemacht haben, konnten unsere Experten sehr schnell Hinweise geben, wie diese Systeme gestärkt werden können."
"In einigen Fällen haben wir unsere Erfahrungen aus der tatsächlichen Luftverteidigung direkt weitergegeben. In jedem Fall hat all das zu einem sehr positiven Ergebnis geführt, das der Ukraine Respekt verschafft", sagte Selenskyj.
Gespräche mit weiteren Golfstaaten
Kyjiw habe Zehnjahresabkommen mit drei Golfstaaten unterzeichnet - mit Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Katar. Demnach sollen ukrainische Unternehmen gemeinsam mit den Streitkräften dieser Länder bestimmte Einrichtungen schützen, sagte Selenskyj bei dem Briefing am Mittwoch.
"Meine Aufgabe ist es, über Volumen, Dienstleistungen und Waffentypen zu verhandeln", erklärte er.
Selenskyj bestätigte außerdem, dass derzeit Gespräche mit Oman, Kuwait und Bahrain geführt werden.
Als Gegenleistung für die Unterstützung und das Know-how Kyjiws werde die Ukraine "verschiedene Dinge" erhalten, sagte Selenskyj. "In einigen Fällen handelt es sich um Abfangsysteme zum Schutz unserer Energieinfrastruktur, in anderen um finanzielle Vereinbarungen."
Beitrag zur Widerstandsfähigkeit der Ukraine
Diese Abkommen würden letztlich die Energiestabilität der Ukraine stärken, sagte er.
"Es gibt auch Lieferungen von Öl und Diesel für die Ukraine. In einigen Fällen erhalten wir Rohöl, das zur Weiterverarbeitung an Raffinerien in Europa geliefert wird. In anderen Fällen handelt es sich um Fertigprodukte - also Diesel", erklärte Selenskyj.
"Im Grunde helfen wir also dabei, ihre Sicherheit zu stärken, und leisten im Gegenzug einen Beitrag zur Widerstandsfähigkeit unseres Landes - und das ist weit mehr, als nur Geld zu bekommen."
Selenskyj sagte zudem, dass ukrainisches Militärpersonal auch an Konsultationen über das Funktionieren der Straße von Hormus beteiligt sei.