Manfred Gruber hat sich am 30. März vor einem US-Gericht schuldig bekannt: Er verkaufte über italienische Firmen Waffen an Russland. Die FBI erhob Anklage.
Der italienische Manager Manfred Gruber hat sich am 30. März vor einem US-Gericht schuldig bekannt, an einer Verschwörung zur Umgehung von Ausfuhrkontrollen beteiligt gewesen zu sein.
Nach Angaben des US-Justizministerium soll Gruber über Firmen in Italien, die er gemeinsam mit einem Mitverschwörer kontrollierte, illegal Munition im Wert von über 500.000 Euro aus den Vereinigten Staaten nach Kirgisistan exportiert haben. Von dort aus sei ein Großteil der Lieferungen weiter nach Russland gelangt.
Die Anhörung fand vor der Richterin Taryn A. Merkl im östlichen Bezirk von New York statt. Bereits im Januar 2026 wurde laut US-Behörden ein weiterer Beteiligter, der in Kirgisistan lebende Sergei Zharnovnikov, zu 39 Monaten Haft verurteilt, nachdem er sich ebenfalls schuldig bekannt hatte.
Der stellvertretende Generalstaatsanwalt für nationale Sicherheit, John A. Eisenberg, erklärte, die Taten hätten dazu beigetragen, den Krieg aufrechtzuerhalten, und betonte, man werde weiterhin konsequent gegen illegale Waffen- und Munitionslieferungen vorgehen.
Gegen den italienischen Manager Manfred Gruber ist in den USA Anklage erhoben worden, weil er Russland illegal mit Munition beliefert haben soll
Nach Angaben des Federal Bureau of Investigation habe Gruber militärische Munition im Wert von mehreren Hunderttausend Dollar aus den USA beschafft und damit Russland unterstützt. Der stellvertretende FBI-Direktor Roman Rozhavsky erklärte, dadurch seien zahlreiche Menschenleben gefährdet worden, da die Lieferungen den Krieg in der Ukraine mit angeheizt hätten.
Das Schuldeingeständnis zeige zudem, wie ernst Verstöße gegen US-Ausfuhrkontrollen genommen würden. Das FBI wolle gemeinsam mit anderen Behörden und Partnern weiter dagegen vorgehen, dass militärische Güter aus den USA in die Hände feindlicher Staaten gelangen.
Auch die Staatsanwaltschaft wirft Gruber vor, gezielt mehrere Firmen genutzt zu haben, um seine Aktivitäten zu verschleiern. Laut dem US-Staatsanwalt Joseph Nocella soll die Munition zunächst nach Kirgisistan geliefert und von dort aus weiter nach Russland gebracht worden sein. Die Ermittler hätten diesen Plan aufgedeckt und den Angeklagten zügig vor Gericht gebracht.
Der US-Beamte David Peters hat die Ermittlungen im Fall des italienischen Managers Manfred Gruber begrüßt. Das Schuldeingeständnis zeige, dass die USA gemeinsam mit ihren Partnern konsequent gegen Verstöße gegen Ausfuhrgesetze vorgingen, so Peters.
Nach Angaben aus den Gerichtsunterlagen war Gruber Verkaufsleiter eines großen italienischen Waffen- und Munitionsgroßhändlers. Während des Krieges in der Ukraine soll er eine zentrale Rolle in einem internationalen Netzwerk gespielt haben, das Munition aus den USA beschaffte und illegal weiter nach Kirgisistan und später nach Russland leitete. Dafür habe er keine erforderlichen Genehmigungen zur Ausfuhr oder Wiederausfuhr beantragt oder erhalten.
Das Netzwerk für Waffenexporte nach Moskau
Die Ermittler beschreiben ein komplexes System über mehrere Firmen. Ein US-Unternehmen in Nebraska habe zwar eine Lizenz gehabt, Munition an ein italienisches Unternehmen zu liefern, diese durfte jedoch nur innerhalb Italiens verwendet werden. Laut den Behörden soll Gruber diese Auflagen umgangen haben, indem er die Ware über eine weitere Firma weiterleitete. Von dort sei die Munition an den kirgisischen Waffenhändler Sergei Zharnovnikov gegangen, der bereits wegen ähnlicher Verstöße verurteilt wurde.
Aus Ermittlungsunterlagen geht zudem hervor, dass Zharnovnikov bereits Verträge über den Weiterverkauf der US-Munition an ein russisches Unternehmen abgeschlossen hatte. Damit, so die US-Behörden, sei ein illegales Liefernetzwerk nach Russland nachgewiesen worden.
Darüber hinaus verfügte ein in Tennessee ansässiges US-Unternehmen über eine Lizenz, Munition legal an ein italienisches Unternehmen zu liefern. Diese Genehmigung sah jedoch ausdrücklich vor, dass die Munition nicht außerhalb Italiens weiterexportiert werden durfte.
Nach Angaben der Ermittler soll der italienische Manager Manfred Gruber diese Auflage umgangen haben. Demnach ließ er die Munition zunächst aus den USA nach Italien liefern und exportierte sie anschließend von dort weiter nach Kirgisistan.
Demnach soll der italienische Manager Manfred Gruber gewusst haben, dass das US-Recht die Wiederausfuhr von Munition ohne zusätzliche Genehmigungen verbietet. Diese Genehmigungen habe er jedoch nicht beantragt.
Um den illegalen Export zu verschleiern, habe er laut Ermittlern Maßnahmen ergriffen, um den tatsächlichen Endbestimmungsort der Munition zu verbergen. Dazu nutzte er demnach verschlüsselte Kommunikation.
In verschlüsselten Chats, die um den 23. September 2023 geführt worden sein sollen, soll Gruber mit einem bislang nicht gefassten Mitverschwörer Nachrichten über den Ablauf des illegalen Ausfuhrplans ausgetauscht haben.