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Sea Watch: Migranten dürfen auf Lampedusa an Land

Sea Watch: Migranten dürfen auf Lampedusa an Land
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Chris Grodotzki/Sea-Watch.org/Handout via REUTERS/File Photo
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Die 45 Migranten, die sich noch auf dem Rettungsboot der deutschen Organisation Sea-Watch befanden, sind in kleinen Gruppen mit Schlauchbooten am Pier des Hafens von Lampedusa angekommen - gegen den Willen des italienischen Innenministers Matteo Salvini.

"Die Häfen sind offen! Die Italienischen Behörden haben die Anlandung unserer verbliebenen Gäste erlaubt", schrieb Sea-Watch auf Twitter.

Die Zeitung "La Repubblica" zeigte Videobilder, wie Migranten von einem Boot der Polizei aus am Abend im Hafen von Lampedusa an Land gingen. Sie waren zuvor von der "Sea-Watch 3", die vor Lampedusa vor Anker lag, auf das Polizeiboot übernommen worden. Das Rettungsschiff selbst wurde beschlagnahmt. Die Sprecherin von Sea-Watch in Italien, Giorgia Linardi, bestätigte, dass alle 47 Migranten an Land seien.

Italienische Staatsanwälte hatten zuvor die Beschlagnahme des Rettungsbootes angeordnet, das vor dem Hafen von Lampedusa auf Sizilien vor Anker lag. Der stellvertretenden Premierminister Salvini hatte mehrfach betont, keine Migranten in Italien an Land zu lassen.

Salvini wusste offensichtlich nichts davon, dass die Migranten an Land gingen

Von der Entwicklung wurde der Lega-Chef offenbar überrascht. Aus seinem Ministerium hatte es noch am Nachmittag geheißen, Richter könnten anordnen, was immer sie wollten, aber das Ministerium werde verhindern, dass Menschen von dem "illegalen Schiff" an Land gingen.

Salvini twitterte verärgert: "Soweit es mich betrifft, sollte es auch wenn das Schiff beschlagnahmt wird KEINE Anlandung geben. Jeder, der anderer Auffassung ist, muss die Verantwortung dafür übernehmen." Der rechtsgerichtete Salvini hat seine gegen Migranten gerichtete Rhetorik vor der EU-Wahl am kommenden Sonntag noch einmal verschärft.

Sea-Watch 3 fuhr wegen Suizidgefahr ohne Erlaubnis in italienische Gewässer

Die "Sea-Watch 3" hatte vergangenen Mittwoch vor der Küste Libyens insgesamt 65 Migranten gerettet. Am Samstag war das Schiff dann offenbar ohne Erlaubnis in italienische Hoheitsgewässer eingelaufen. Es war unklar, wer die Erlaubnis erteilt hatte oder ob die Einfahrt überhaupt freigegeben worden war.

Zunächst durften 18 Menschen, darunter Kinder mit ihren Eltern und ein kranker Mann, auf Lampedusa an Land. Die anderen mussten noch auf dem Rettungsschiff bleiben. Der Sprecher der Hilfsorganisation, Ruben Neugebauer, hatte am Samstag gewarnt, die Lage auf dem Schiff habe sich zugespitzt. "Es gibt Suizidgefahr", sagte er. Doch selbst angesichts der Dringlichkeit, blieb Salvini standhaft: Die italienischen Häfen blieben geschlossen, sagte er. Und dass er der "Sea-Watch 3" nicht die Erlaubnis gegeben habe, in die Hoheitsgewässer einzulaufen.