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Migranten an Bord der "Sea Watch 3" dürfen nach zwei Wochen an Land

Mirgranten auf der "Sea Watch 3"
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REUTERS/Guglielmo Mangiapane
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Die Migranten an Bord des Rettungsschiffs der deutschen Hilfsorganisation Sea-Watch dürfen an Land. Nach beinahe zwei Wochen auf See können sie in den kommenden Stunden das Schiff Sea-Watch 3 verlassen, erklärte Italiens Präsident Giuseppe Conte. Sieben EU-Länder hätten sich zur Aufnahme von Migranten bereiterklärt: Neben Deutschland wollen Italien, Malta, Rumänien, Luxemburg, Portugal und Frankreich Geflüchtete von dem Schiff aufnehmen.

Die Sea-Watch 3 hatte am 19. Januar 47 Migranten vor Libyen aufgenommen. Das Schiff lag zuletzt mehrere Tage vor der sizilianischen Küste bei Syrakus vor Anker, durfte aber nicht in den Hafen einfahren. Wo die Migranten nun an Land gehen und ob das Schiff in Syrakus anlegen darf, ist noch unklar.

Kein Grund zum Feiern für die EU

Die populistische Regierung in Rom hat seit ihrem Amtsantritt im Sommer vergangenen Jahres bereits mehreren Rettungsschiffen die Einfahrt in die Häfen des Landes verwehrt. Sie pocht auf eine andere, ihrer Meinung nach gerechte Verteilung der Migranten auf die EU-Staaten. Doch darauf kann sich die EU seit Jahren nicht einigen.

„Verteilungsfragen müssen an Land geklärt werden, und auch wenn es jetzt eine Lösung geben sollte, bleibt es eine moralische und politische Bankrotterklärung von Seiten der EU-Staaten“, sagte Sea-Watch-Sprecher Ruben Neugebauer. An Bord waren auch 13 Minderjährige und 22 Crewmitglieder. Die hygienischen Zustände verschlechterten sich in den vergangenen Tagen enorm. Sea-Watch hatte auch beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte Beschwerde eingelegt.

Italiens Innenminister Matteo Salvini hatte darauf bestanden, dass die Migranten nach Holland oder Deutschland gebracht werden, da die Sea-Watch 3 unter niederländischer Flagge fährt und es sich um eine deutsche NGO handelt.

Italien und die EU unterstützen die libysche Küstenwache, damit diese Migranten in Seenot wieder zurück in das Bürgerkriegsland bringt. Dort drohen den Menschen allerdings in Lagern schwerste Misshandlungen.