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Beji Caid Essebsi: Demokratie für Tunesien

Beji Caid Essebsi 2017 in Tunis
Beji Caid Essebsi 2017 in Tunis -
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REUTERS/Zoubeir Souissi
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Es war einer der letzten öffentlichen Auftritte von Beji Caid Essebsi: Ende Mai nahm der tunesische Präsident an einem Gipfel der Arabischen Liga in Saudi-Arabien teil. Von allen dort anwesenden Staatsoberhäuptern war er mit seinen 92 Jahren bei Weitem das älteste.

Für die Unabhängigkeit von Frankreich

Seine eigene Vergangenheit ist eng mit der Geschichte Tunesiens verbunden.

Der 1926 geborene Essebsi setzt sich in den 1940er und 50er Jahren für die Unabhängigkeit seines Landes ein. Unter der Präsidentschaft des Vaters der Nation, Habib Bourguiba, hat er verschiedene Ministerposten inne.

Zu Beginn der Präsidentschaft seines Nachfolgers, Zine el-Abidine Ben Ali, ist Essebsi Stellvertreter und sogar Präsident der Abgeordnetenkammer.

Mitte der 90er zieht er sich aus der Politik zurück und arbeitet wieder als Anwalt.

Leben für die Demokratie

Erst die Jasminrevolution bewegt ihn zur Rückkehr. Als das Ben-Ali-Regime im Januar 2011 durch den Protest der Bevölkerung gestürzt wird, wird Essebsi mit 84 Jahren zum ersten Premierminister.

Er ist es, der im Oktober 2011 die ersten freien Wahlen in Tunesien organisiert. Im Jahr darauf gründet er die Partei Nidaa Tounes und tritt 2014 bei den Präsidentschaftswahlen an. Dort setzt er sich durch und wird der erste demokratisch gewählte Präsident des Landes.

Beji Caid Essebsi versuchte in seiner Amtzeit vor allem, die unterschiedlichen politischen Akteure an einen Tisch zu bringen und die teils tiefen Gräben zwischen Liberalen, Konservativen, Islamisten und Gewerkschaften zu überbrücken.

Zuletzt engagierte er sich für die Gleichstellung von Frau und Mann in dem muslimischen Land.