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Keine Lüge zu Vergewaltigung? Britin muss dennoch auf Zypern bleiben

Keine Lüge zu Vergewaltigung? Britin muss dennoch auf Zypern bleiben
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Die 19 Jahre alte Britin musste nach dem Prozesstag ihren Pass abgeben und kann also Zypern nicht verlassen, sie kam aber nach der Zahlung einer Kaution frei. Die Angeklagte muss sich drei Mal pro Woche bei der Polizei melden. Der Prozess wird am 2. Oktober fortgesetzt. Die junge Frau ist der Falschaussage angeklagt. Vor Gericht in Paralimni erklärte die Touristin, die anonym bleibt und ihr Gesicht hinter einem Schal versteckte, sie sei gezwungen worden, ihre Aussage gegen die 12 Jugendlichen aus Israel zurückzuziehen. Zunächst hatte die 19-Jährige ausgesagt, die jungen Männer im Alter zwischen 15 und 18 Jahren hätten sie vergewaltigt.

Mehrere junge Männer hatten behauptet, sie hätten in der Nacht auf den 18. Juli einvernehmlichen Sex mit der Britin in deren Hotelzimmer in Ayia Napa gehabt. Sie hatten auch ein Video gedreht und im Internet verbreitet. Sowohl die Britin als auch die Jugendlichen aus Israel waren in dem beliebten Ferienort im Urlaub, in dem es ein reges Nachtleben gibt.

Die neue zyprische Anwältin der jungen Frau, Nicoletta Charalambidou , stellte den Antrag, dass die Anklage gegen ihre Klientin fallengelassen werde. Vor Gericht stehen der 19-Jährigen jetzt auch ein britischer Anwalt und ein Vertreter der Gruppe "Justice Abroad" zur Seite. Ein anderer zyprischer Rechtsbeistand hatte sein Mandat zuvor abgegeben.

Es geht inzwischen vor allem um die Frage, ob die zyprischen Behörden, sich bei der offenbar acht Stunden dauernden Befragung der Touristin Ende Juli juristisch korrekt verhalten haben. Die Britin sagt - laut ihrer Anwälte -, sie habe bei der Befragung auch um einen Anwalt gebeten, aber die Polizei sei dieser Bitte nicht nachgekommen.

Eltern haben Crowdfunding-Seite eingerichtet

Die Eltern der jungen Frau sammeln auf einer Crowdfundingseite Geld für ihre Tochter, um die Anwaltskosten zu bezahlen. Dort waren bis zu letzten Prozesstag fast 27.000 Euro zusammengekommen. In einer Erklärung sprechen auch die Eltern davon, dass Druck auf ihre Tochter ausgeübt worden sei, damit sie ihre Aussage zurückziehe.

In Israel haben Aktivisten in demselben Fall eine Klage wegen Verbreitung eines Sex-Videos gegen die 12 jungen Männer eingeleitet. Diese waren auf Zypern kurzzeitig festgenommen worden, konnten dann aber nach Tel Aviv zurückreisen. In Israel ist es strafbar, Sexvideos ohne das Einverständnis der gezeigten Personen im Internet zu veröffentlichen.