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Zypern: Bewährung für Britin wegen Falschaussage zu Vergewaltigung

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Die Britin und ihre Mutter auf dem Weg zur Urteilsverkündung
Die Britin und ihre Mutter auf dem Weg zur Urteilsverkündung   -  
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Petros Karadjias/ AP
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Auf Zypern ist eine Britin wegen einer Falschaussage über eine Gruppenvergewaltigung zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Die viermonatige Haftstrafe wegen Unruhestiftung werde zur Bewährung ausgesetzt und gelte dann drei Jahre, berichtete der zyprische Staatsrundfunk (RIK). Außerdem muss die 19-Jährige 140 Euro Geldstrafe zahlen. Sie kann mit dem Urteil nach Großbritannien zurückkehren.

Die Anwälte der Britin kündigten an, in Berufung zu gehen. Die Verurteilte sagte, sie sei von der Polizei unter Druck gesetzt worden, ihre Aussage vom Juli über eine Vergewaltigung durch mehrere Israelis zurück zu nehmen. Britischen Medien zufolge gab sie an, die Aussage sei ihr von einem Polizisten diktiert worden. Die Ermittler hätten ihr damit gedroht, ihre Freunde auf Zypern zu verhaften. Es gebe keine Aufzeichnung der Vernehmung, die sieben Stunden gedauert habe.

Der Richter sagte, die junge Frau hätte zugegeben, die Vorwürfe erfunden zu haben, da sie verärgert darüber gewesen sei, dass sie beim Sex von den Männern gefilmt worden war. Die Beweise zeigten, dass sie gelogen habe. Die Britin habe die Polizei von anderer wichtiger Arbeit abgehalten. Zudem seien zwölf Menschen verhaftet worden. Er habe sich wegen des jungen Alters der Frau und ihrer Unreife aber zu einem milden Urteil entschlossen, so der Richter. Zudem führte er ihren psychischen Zustand an, die 19-Jährige nehme Antidepressiva und dass sie nicht vorbestraft sei.

Begnadigung möglich

Die Regierung Zyperns hatte bereits angedeutet, eine politische Lösung zu diesem Fall suchen zu wollen: Der zyprische Außenminister Nikos Christodoulides schloss am Dienstag in einem Gespräch mit dem Staatsrundfunk Zyperns nicht aus, dass der Staatspräsident Nikos Anastasiades die junge Britin in den kommenden Tagen begnadigen könnte. Deren Anwälte kündigten an, in jedem Fall vor dem höchsten Gericht Zyperns oder notfalls dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte gegen das Urteil vorzugehen.

Vor dem Gericht gab es Proteste von Frauenrechtsorganisationen. Der Fall hatte in Zypern und Großbritannien für Empörung gesorgt. Auch der britische Außenminister meldete Berichten zufolge Bedenken angesichts des Vorgehens der zypriotischen Behörden an.

Skandinavierin berichtet, ebenfalls von Polizei unter Druck gesetzt worden zu sein

In Folge der Berichterstattung über den Fall trat eine Frau aus Skandinavien an die Öffentlichkeit, der auf Zypern laut eigenen Angaben ähnliches passierte. Wie der britische "Telegraph" schreibt, gab sie an, vor 20 Jahren von mehreren Männern in einem Parkhaus vergewaltigt worden zu sein. Sie habe eine Aussage machen wollen, sei von den Polizisten bedrängt worden und habe sich daraufhin entschlossen zu schweigen.

Die 19-jährige Britin hatte im Juli angegeben, von mehreren israelischen jungen Männern vergewaltigt worden zu sein. Daraufhin waren vorübergehend sieben Teenager festgenommen worden. Wenige Tage später konnten sie aber nach Israel ausreisen.

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