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Moria: Griechische Regierung evakuiert Hunderte Flüchtlinge

Moria: Griechische Regierung evakuiert Hunderte Flüchtlinge
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Das Flüchtlingscamp Moria auf Lesbos: Die Lebensbedingungen in dem überfüllten Lager werden seit langem von Hilfsorganisationen kritisiert. Nachdem in der vergangenen Woche rund 600 Migrantinnen und Migranten an einem Tag auf der Insel ankamen, hat die griechische Regierung mit der Teilevakuierung Morias begonnen. Sie wollte Hunderte Menschen aufs Festland bringen.

Fatemeh Hosseini ist eine der rund 10.000 Flüchtlinge, die in dem Lager leben, das ursprünglich für 3000 Leute gedacht war. Sie steht täglich bis zu drei Stunden um Essen an. "Wir leben mit drei Familien in einem Zelt", sagt sie. "Wie lange noch? Mein Asyl wird im März 2020 untersucht, das meines Bruders 2021. Bis dahin sollen wir hier leben, unter diesen Bedingungen. Wir müssen weg von dieser Insel."

Trotz der schwierigen Umstände wollen die Kinder im Camp spielen und lernen. Hazrat Yaghubi möchte, dass seine Kinder zur Schule gehen und vor allem Englisch lernen. Er stammt wie die meisten der Flüchtlinge, die in diesem Sommer angekommen sind, aus Afghanistan und hofft, dass sich seine Kinder eine Zukunft in Europa aufbauen können. "Wir haben kein richtiges Zelt und ich habe Angst vor Regen", so Yaghubi. "Aber was mich am meisten stört, ist, dass meine Kinder nicht zur Schule gehen. Sie verschwenden ihre Zeit. Sie sollten Fremdsprachen lernen. Das ist das Wichtigste für mich."

Im August kamen so viele Migrantinnen und Migranten auf den griechischen Inseln an, wie seit drei Jahren nicht mehr. Zu denen, die aufs Festland dürfen, gehören vor allem unbegleitete Minderjährige, Alleinerziehende mit Kindern und ältere Menschen. Auch Fowziye Rezai hat eine Reiseerlaubnis bekommen. Ihren Sohn müsste sie allerdings auf Lesbos lassen. "Ich bin 60 Jahre alt und ich bin krank", so Rezai. "Meine Knie tun weh und ich habe Herzprobleme. Man hat mir erlaubt, nach Athen zu reisen und einen Arzt zu sehen, aber mein Sohn darf nicht mit. Ich habe dagegen protestiert, aber das hat nichts gebracht. Wie soll ich alleine reisen, das ist unmenschlich."