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Brexit-Ängste im Hafen von Dover

Brexit-Ängste im Hafen von Dover
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Der Hafen von Dover ist einer der größten Fährhäfen Europas, in dem täglich Milliarden Pfund von Kunden zu Händlern wechseln. Euronews-Reporterin Briohny Williams hat sich umgehört, wie der Brexit das Leben der hier arbeitenden Briten verändern könnte.

"Wir müssen uns auf etwas vorbereiten, was vielleicht gar nicht passieren wird"

Fünfmal pro Woche erhält die britische Floristin Christine Wolfe frische Blumen aus Holland und Italien. Das Unternehmen überlebt, weil es in der Lage ist, die beste Ware schnell zu beschaffen.

"Ich kann sogar jetzt noch 20 rote Rosen zu meiner Bestellung hinzufügen, die heute Abend aus Holland losgeschickt wird, morgen ist sie dann bereits hier und wir können sie noch vor 6 Uhr früh weiterliefern. All das könnte sich aber ändern," sagt Christine Wolfe.

Für sie ist der Brexit ein großer Unsicherheitsfaktor. Sie macht sich ernste Sorgen: "Wir müssen uns auf etwas vorbereiten, was vielleicht gar nicht passieren wird. Denn: Wenn ein Brexit-Abkommen zustande kommt, werden wir weitermachen wie bisher. Sollte es aber ein No Deal werden - ich denke, wir können nur abwarten und sehen, was passiert. Es ist sehr frustrierend."

Millionen Pfund für Brexit-Vorbereitungen

Die britische Regierung hat Leitlinien für Unternehmen veröffentlicht, was zu tun ist, wenn das Vereinigte Königreich die EU ohne Abkommen verlässt. Die öffentliche Hand hat bereits Millionen Pfund für Brexit-Vorbereitungen ausgegeben.

Der Hafen von Dover etwa hat große Investitionen in die Wege geleitet, da er nun der wichtigste Umschlagplatz der britischen Wirtschaft geworden ist.

"Massive Verzögerungen auf beiden Seiten des Kanals"

Aber nicht alle Unternehmen sind von den Maßnahmen überzeugt. Das Transportunternehmen Promax Logistics befördert kurzfristig Waren von Deutschland und Holland nach Großbritannien. Man sorgt sich über mögliche Verzögerungen im Hafen.

"Wenn jeder LKW auf die Freigabe warten muss, sagen wir im Durchschnitt 5 Stunden, dann können Sie sich denken, wie sich das auf unsere Branche auswirken wird, Es wird massive Verzögerungen auf beiden Seiten des Kanals geben," sagt Ronald Krom von Promax Logistics.

"Unglaublich besorgt, meinen Job zu verlieren"

Das Unternehmen könne seinen Kunden nicht versichern, dass sie ihre Waren weiterhin so einfach wie bisher erhalten werden. Es sei schwierig die zukünftige Situation abzuschätzen, so Krom:

"Mein Job ist völlig abhängig vom freien Warenverkehr zwischen Import und Export. Wenn das nicht mehr der Fall ist, bin ich unglaublich besorgt, meinen Job zu verlieren."

An einem klaren Tag kann man von Dover direkt über den Kanal nach Frankreich sehen. Die Sicht auf die Zeit nach dem Brexit ist in Großbritannien hingegen weniger klar.