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Hafen in Antwerpen rüstet sich für Brexit

Hafen in Antwerpen rüstet sich für Brexit
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Der Hafen von Antwerpen macht sich für einen harten Brexit bereit. Für das dort ansässige Unternehmen Yusen Logistics ist es eine arbeitsreiche Zeit. Bis zum Ablauf der Brexit-Frist am 31. Oktober werden massenhaft Krebsmedikamente nach Großbritannien geliefert.

Stefan Durt, Vertriebsleiter bei Yusen Logistics:

"In den vergangenen drei Monaten - insbesondere nach der Wahl des neuen Premierministers - haben wir gemerkt, dass jeder anfängt, sich auf den Brexit vorzubereiten."

Doch welche Folgen hätte ein harter Brexit für Stefan Durt und seine Kollegen?

"Auf der Route Dover-Calais würde es unmittelbar zu einigen Verzögerungen kommen, da mehr Papierkram anfällt", so Durt. "Alles Weitere hat mit Zoll- und Steuerbestimmungen zu tun."

Vieles ist noch ungeklärt

Und dafür ist seine Firma gerüstet - die Kunden haben ihre Steuernummer angepasst. Fraglich bleibt jedoch, welche Auswirkungen der Brexit für die Fahrer des Unternehmens hat, die alle aus Osteuropa stammen.

"Ich denke, die Arbeit im Transportwesen wird erschwert: Wie Fahrer in Großbritannien eingesetzt werden können, ob ihr EU-Führerschein dort gilt...", sagt Durt. "Es wird für uns schwieriger werden, genug Fahrer zu finden. Das ist nicht gut."

Hafenbehörde informiert

Yusen Logistics ist nur eines von 900 Unternehmen mit Sitz im Hafen von Antwerpen, die der Brexit treffen würde. Die Hafenbehörde wappnet sich seit dem Referendum im Juni 2016.

"Wir haben viele Seminare besucht, wir haben Informationsveranstaltungen in Großbritannien und Irland durchgeführt", so Wim Dillen, Vorsitzender des Brexit-Arbeitskreises der Hafenbehörde Antwerpen. "Wir haben auch hier Sensibilisierungsprogramme organisiert, eine Informationsschrift und ein Positionspapier herausgegeben... Wir haben Justin Atkin, einen Vertreter aus Großbritannien, eingestellt und viele andere Dinge getan, um uns vorzubereiten."

Hat Großbritannien seine Hausaufgaben nicht gemacht?

Laut einer Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers ist Belgien besser aufgestellt als seine Nachbarländer. Doch die Sorge um das Geschäft bleibt.

"Das größte Problem sehe ich nicht bei der Logistik, sondern beim Handel selbst, der unzureichend vorbereitet ist" erklärt Dillen. "Und soweit wir wissen, sind die Briten weniger vorbereitet als die europäische Seite."

Doch all der Vorbereitungsdruck könnte vergeblich gewesen sein, wenn die britische Regierung eine erneute Verlängerung der Brexit-Frist beantragt.