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Eilmeldung

Kaum Hoffnung für 15 Vermisste vor Lampedusa

Kaum Hoffnung für 15 Vermisste vor Lampedusa
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13 Särge für 13 Tote Frauen auf Lampedusa, ertrunken Sonntag Nacht gut 10 Kilometer vor der Küste der italienischen Insel. Mindestens 50 waren an Bord, als das tunesische Boot mit den Migranten kenterte, 22 wurden gestern lebend gerettet, über 15 werden noch immer vermisst.

Salvatore Vella, italienischer Staatsanwalt auf Lampedusa

"Wir haben von vielen Kindern an Bord gehört, auch sehr Kleine, und sie sind nicht unter den Überlebenden. Und viele Frauen."

Die Suche wird weitergehen, viel Hoffnung besteht nicht, denn die See wird rauh im Herbst, und eine Schwimmweste hatte niemand an Bord.

Mehr Tote im Mittelmeer

Mit den Toten von Sonntag steigt die Zahl der Menschen, die dieses Jahr auf dem Weg nach Italien oder Malta gestorben sind, auf mehr als 680, mit Spanien und Griechenland steigt die Gesamtzahl der Todesfälle im Mittelmeer auf 1.071, Stichtag 4. Oktober.

Griechenland ist Ziel der Flüchtlinge aus Syrien und dem asiatischen Raum, das Hauptziel afrikanischer Migranten aber bleiben Italien und Spanien. Die gefährlichsten und längsten Routen sind die von Libyen aus, hier sterben die meisten Migranten.

Innenministertreffen in Luxemburg

Bundesinnenminister Horst Seehofer trifft heute seine EU-Kollegen, nachdem mit Frankreich, Malta und Italien ein Mechanismus zur Verteilung aus Seenot geretteter Migranten beschlossen wurde. Der gilt aber nur für die kleine Zahl Migranten, die südlich von Malta und Italien gerettet werden - der deutsche Anteil liegt bei etwas über 200 dieses Jahr.

Diese Regelung erfasst aber nicht diejenigen, die es aus eigener Kraft nach Europa geschafft haben, auch nach Griechenland. Und nur sehr wenige dieser über 70.000 Menschen haben eine Aussicht auf Asyl, sie müssten Europa wieder verlassen.

Um für sie eine Einigung zu erzielen, müssen deutlich mehr Staaten ins Boot geholt werden, und hier gibt es grosse Widerstände. Griechenland und Spanien sehen sich als überlastet, Ungarn oder Polen wollen überhaupt keine Menschen aufnehmen. Mit einer Einigung wird in Luxemburg nicht gerechnet.

Vereinte Nationen fordern Neuauflage der Mission Sophia

Für die Migrationsexperten der Vereinten Nationen macht der tödliche Schiffbruch vom Montag wieder überdeutlich, dass dringend die Such- und Rettungsaktion im Mittelmeer wieder aufgenommen werden müssten.

Die EU hat ihre Such und Rettungsoperation Sophia auf reine Luftüberwachung reduziert, Patrouillen im Mittelmeer fahren hauptsächlich die privaten Rettungsschiffe von Nichtregierungsorganisationen.