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Friedensnobelpreis für Äthiopiens Präsident Abiy Ahmed

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Friedensnobelpreis für Äthiopiens Präsident Abiy Ahmed
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Der Friedensnobelpreisträger Abiy Ahmed hat seinen Nobelpreis in der norwegischen Hauptstadt Oslo feierlich überreicht bekommen. Der äthiopische Ministerpräsident wurde vor allem für seinen Einsatz für einen Frieden mit dem Nachbarland und langjährigen Erzrivalen Eritrea ausgezeichnet.

"Der Präsident Eritreas und ich haben verstanden, dass unsere Länder keine Feinde sind. Wir sind Opfer eines gemeinsamen Feindes, der Armut", sagte Ahmed. "Wir wollen nicht, dass das Horn von Afrika ein Schlachtfeld für Supermächte, ein Versteck für Terroristen oder ein Handelsplatz für Verzweiflung und Elend ist. Wir wollen, dass das Horn von Afrika ein Ort des Friedens und des Fortschritts wird."

Im Juli 2018 hatte der 43-jährige Ahmed einen Friedensvertrag mit Eritreas Präsident Isayas Afewerki unterzeichnet, der den jahrzehntelangen Konflikt der beiden Länder offiziell beendete.

Eritrea, einst Teil von Äthiopien, wurde 1993 unabhängig, fünf Jahre später brach ein Krieg zwischen den beiden Staaten aus, in dem Zehntausende ihr Leben verloren. 2000 wurde der Krieg zwar durch das Abkommen von Algier beendet, die beiden Länder blieben aber verfeindet. Erst 18 Jahre später kam auf Initiative Abiy Ahmeds der Frieden zustande.

Der Frieden mit Eritrea sei allerdings nur eine von drei großen Errungenschaften, für die Abiy mit dem Friedensnobelpreis geehrt werde, sagte die Vorsitzende des Nobelkomitees, Berit Reiss-Andersen . Abiy habe sich auch intensiv darum bemüht, die Demokratie in Äthiopien durch die Stärkung der zivilen Freiheiten und die Entwicklung der Institutionen aufzubauen. Zudem habe er Beiträge zu Friedens- und Versöhnungsprozessen in Ostafrika geleistet, etwa im Sudan oder im Verhältnis zwischen Dschibuti und Eritrea.

Der junge Ministerpräsident gilt am Horn von Afrika als Reformer. Er ist seit April 2018 äthiopischer Regierungschef, nach Amtsantritt krempelte er sein Land nach Jahren der repressiven Regierungsführung mit Initiativen und Reformen kräftig um.