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Chaotische Wahl in Äthiopien: Lange Schlangen bis in die Nacht

Von Euronews mit AP / DPA / AFP
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Öffnung der Wahlurnen
Öffnung der Wahlurnen   -   Copyright  AP Photo/Ben Curtis
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In Äthiopien hat die Auszählung der Stimmen bei der Parlamentswahl begonnen. Die Wahllokale schlossen drei Stunden später als geplant, um 21:00 Uhr Ortszeit (20:00 MEZ), um die langen Wählerschlangen zu bewältigen, die sich bis in den späten Abend hinein gebildet hatten.

Ergebnisse werden erst in einigen Tagen erwartet. In mehr als 100 der 547 Wahlkreise des Landes konnte überhaupt nicht gewählt werden - aus logistischen und aus Sicherheitsgründen wegen des andauernden Krieges in der nördlichen Konfliktregion Tigray. Für die 38 Wahlkreise dort gibt es noch nicht einmal ein Abstimmungsdatum.

Abiy Ahmed in der Kritik

Für den amtierenden Ministerpräsidenten und Friedensnobelpreisträger Abiy Ahmed, der der als Reformer antrat und wegen des blutigen Konflikts in Tigray und anderer ethnischer Spannungen immer stärker in der Kritik steht, gilt der Urnengang im zweitgrößten Land Afrikas als wichtiger Test.

Die äthiopische Wahlkommission berichtete bereits kurz nach Öffnung der Wahllokale von Unregelmäßigkeiten. Kandidaten, die nicht der Regierungspartei angehörten, seien in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt und die Arbeit der Wahlbeobachter zum Teil behindert worden.

Bereits im Vorfeld hatten die größten Oppositionsparteien einen Boykott des Urnenganges angekündigt, nachdem Parteimitglieder belästigt, angegriffen und zum Teil getötet worden sein sollen.

Die Europäische Union hatte im Mai entschieden, keine Wahlbeobachter nach Äthiopien zu entsenden.

Nach offiziellen Angaben haben sich in dem Land mit mehr als 110 Millionen Einwohnern 37,4 Millionen Menschen zum Wählen registriert.