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Berlinale eröffnet mit Schweigeminute

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Berlinale eröffnet mit Schweigeminute
Copyright  أ ب   -   Michael Kappeler
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In Berlin hat das wichtigste Filmfestival Deutschlands begonnen, die Berlinale. Der Auftakt der 70. Ausgabe war überschattet von dem rassistisch motivierten Anschlag in Hanau, doch in Berlin bemüht man sich um eine eindeutige Nachricht: Die Berlinale ist international, tolerant und weltoffen. Zum Auftakt gab es eine Schweigeminute für die Toten von Hanau, bei der Stars, Organisatoren, Politiker und andere Besucher der Gala in Stille vereint waren.

Als Eröffnungsfilm lief "My Salinger Year", Hauptdarstellerin ist Sigourney Weaver. "Jahrelang habe ich Filme aus der Perspektive von Männern gemacht", erzählt Regisseur Philippe Falardeau, "das kenne ich und das kann ich. Jetzt habe ich erstmals einen Film aus dem Blickwinkel einer Frau gemacht. Es war wichtig, als Ausgangspunkt das Buch einer Frau zu nehmen, Joanna Rakoff, die heute Abend mit uns hier ist. Deshalb, aber auch wegen der beiden Darstellerinnen glaube ich, ist es tatsächlich ein Film von Frauen geworden."

Der Film zeigt ein Jahr im Leben von Joanna, der Assistentin einer Literaturagentin, die wiederum den bekannten und etwas mysteriösen Autor J.D. Salinger vertritt.

Trotz Weltoffenheit und Feminismus muss sich die Berlinale aber auch einem von den Oscars bekannten Vorwurf stellen: Bei nur einem Drittel der Filme im Wettbewerb haben Frauen Regie geführt. Immerhin, in Berlin ist diese Nachricht angekommen: Das neue Führungsduo des Festivals besteht aus einer Frau und einem Mann, denen die Branche einiges an Reformen zutraut.