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Coronavirus: Die 5 wildesten Verschwörungstheorien

Coronavirus: Die 5 wildesten Verschwörungstheorien
Copyright  Kin Cheung
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Auf der Suche nach Antworten auf das neuartige Coronavirus stolpern Internetnutzer immer wieder über die wildesten Verschwörungstheorien. Die Panik, die sie auslösen, ist viel gefährlicher als der Erreger selbst.

WHO warnt vor "Infodemie"

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt schon seit Wochen vor einer "Infodemie". Was kann man noch glauben und was nicht? In der Flut von Meldungen und Fake News ist es nicht leicht, den Überblick zu behalten.

Deshalb hier einige der wildesten Verschwörungstheorien rund um das Coronavirus – und warum man sie ignorieren sollte:

Theorie 1: Das Coronavirus wurde in einem Labor gezüchtet

Dass die chinesische Regierung Informationen teils bewusst zurückhält, bietet viel Zündstoff für selbsternannte „Experten“. Doch die Theorie, dass das Virus versehentlich oder absichtlich in einem Labor des „Wuhan Disease Control and Prevention Center“ erzeugt wurde, ist falsch, so die übereinstimmende Meinung von Wissenschaftlern.

27 international anerkannte Forscher haben in „The Lancet“ eine Erklärung veröffentlich, in der sie entsprechende Verschwörungstheorien „scharf verurteilen“.

Theorie 2: Impfstoffe vermarkten

Theorie 2 geht Hand in Hand mit Theorie 1: In vielen Posts auf Twitter und Facebook wird behauptet, das Coronavirus sei schon seit mindestens 2015 bekannt und entwickelt worden, um Impfstoffe zu vermarkten.

Kurz: Die Wissenschaftler lügten, wenn sie sagen, dass das Wuhan-Virus eine völlig neue Entdeckung sei – eine laut Buzzfeed besonders beliebte Theorie unter Impfgegnern.

Patente auf bestimmte Gensequenzen der Coronaviren gibt es tatsächlich. Aber: Das Wort "Coronavirus" bezieht sich auf eine ganze Familie von Viren, einschließlich der Stämme, die den SARS-Ausbruch 2003 und MERS 2013 verursacht haben. Laut Experten von „fullfact.org“ und „factcheck.org“ bezieht sich keines der Patente auf das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2.

Eine Gensequenz wurde während des SARS-Ausbruchs vor 17 Jahren patentiert und isoliert. Das zweite Patent von 2015 beziehe sich auf eine mutierte Form des Virus, das Hühner befällt. Laut „Pirbright Institute“ im englischen Surrey betrifft dieses Virus keine Menschen. Gegen das neuartige Coronavirus gibt es noch keinen Impfstoff.

Theorie 3: Bill Gates steckt dahinter

Eines der Coronavirus-Patente wird wie oben erläutert vom englischen „Pirbright Institute“ gehalten. Dieses wird von der Bill and Melinda Gates Foundation“ unterstützt. Einigen Verschwörungstheoretikern ist das Beweis genug, um zu behaupten, der Milliardär hätte seine Finger im Spiel, um am Ende damit Geld zu scheffeln.

Gates habe vor seiner Verbreitung vom neuen Coronavirus gewusst oder seine Entwicklung sogar finanziert, um später gemeinsam mit von ihm unterstützten Pharmaunternehmen davon zu profitieren. Das sagen einige Internetnutzer, darunter viele Anhänger der verschwörungstheoretischen QAnon-Bewegung.

Das Geld, das Gates ans „Pirbright Institute“ schickt, ist jedoch nicht für Forschungen im Zusammenhang mit dem Coronavirus-Patent bestimmt. Bill Gates‘ Stiftung hat außerdem Millionen Dollar für die Bekämpfung von Covid-19 zugesagt. Die Factchecking-Seite „Politifact“ arbeitet inzwischen mit Facebook zusammen, um entsprechende Posts als Fake News zu markieren.

Theorie 4: Millionen Chinesen an Covid-19 gestorben

Viele glauben, dass die Zahl der Infektionen und Todesfälle durch Covid-19 in China von den Behörden vertuscht wird. Peking verschweige das eigentliche Ausmaß: mehr als eine Million Todesopfer.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) wurde auf einer Pressekonferenz in Genf danach gefragt. Die Vertreter sagten, es gebe keinerlei Hinweise auf verheimlichte Todesfälle. Bruce Aylward, der Leiter der WHO-Mission in Wuhan, sagte: "Ich war nicht an jedem Ort und in jeder Ecke Chinas, aber wir haben bereits ein ziemlich gutes Gefühl dafür, wie diese Epidemie aussieht, und unsere Zahlen spiegeln das wider."

Massenverbrennung von Leichen

Boulevardzeitungen in Großbritannien veröffentlichten „meteorologische Satellitenaufnahmen“, durch die sie die Vermutung untermauert sahen, dass in Wuhan Leichen verbrannt würden.

„Satellitenbilder“ von windy.com zeigten einen hohen Schwefeldioxidgehalt (SO2) in Wuhan und Chongqing, beide Städte liegen im Epizentrum des Ausbruchs und stehen unter Quarantäne. Die „Sun“ berichtete, Peking "verbrenne die Beweise" für einen viel größeren Ausbruch.

Schwefeldioxid wird jedoch auf natürliche Weise von Vulkanen ausgestoßen und die Hauptquelle für SO2-Emissionen beim Menschen ist die Verbrennung von schwefelhaltigen Fossilien, die für Heizungen in Privathaushalten, für die Stromerzeugung oder Kraftfahrzeuge verwendet werden.

Heißt: Die Bilder liefern keinerlei Hinweise auf Emissionen, die von Krematorien ausgestoßen werden.

Soziale Medien kämpfen gegen Fake News

Einige Autoren und Verbreiter dieser Verschwörungstheorien sind im Internet bereits richtige Stars, wie der YouTuber Jordan Shater. Soziale Netzwerke wie Facebook und Suchmaschinenanbieter wie Google haben Fake News den Kampf anzusagen.

Facebook kündigte hat, Maßnahmen gegen Beiträge zu ergreifen, die Panik schüren, um zu verunsichern oder Produkte zu vermarkten. Entsprechende Posts werden markiert oder gelöscht. Google arbeitet mit der WHO zusammen und listet seriöse Informationen oben in den Suchanfragen.

Das Problem: Mit der Zeit wird die Nachrichtenlage immer unübersichtlicher und so kam es auch wiederholt vor, dass Informationsmedien falsche Coronavirus-Meldungen weitergegeben haben – unwissentlich aber teils auch mit Absicht. So stellte der republikanische US-Senator Tom Cotton in einem Interview mit Fox News die oben entlarvte Wuhan-Laborverschwörungstheorie vor.

Während des Interviews gab er zu, dass es "keine Beweise" gebe, fügte aber hinzu, dass die Theorie trotzdem erwähnt werden müsse – weil China in der Coronavirus-Krise von Anfang an „unehrlich“ gewesen sei.

Theorie 5: Sesam, Knoblauch oder heiße Bäder?

Helfen Knoblauch, Sesamöl oder heiße Bäder gegen das Virus? Geht es nach einigen Internetnutzern, dann Ja. Meistens ist das leider völliger Quatsch. Vorsicht also bei vermeintlichen Wundermitteln gegen das Coronavirus, die zu Hauf im Netz zu finden sind. Oft geht es nur darum, Produkte teuer zu verkaufen oder die Verunsicherung der Nutzer auszunutzen.

Auf Twitter räumt die WHO mit den Gerüchten auf und gibt hilfreiche Tipps. Auch ein Blick auf die Informationen des Robert-Koch-Instituts ist nur zu empfehlen.