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EU-Fischerei leidet - aber Anchovis boomen dank Pizza

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EU-Fischerei leidet - aber Anchovis boomen dank Pizza
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Die Fischerei in der Europäischen Union leidet unter sinkender Nachfrage in Zeiten der Coronavirus-Pandemie. Fast alle Länder erleben in dem Bereich existenzbedrohende Umsatzeinbußen. Eine Nischenproduktion in Albanien erlebt dagegen einen Boom.

Im Tyrrhenischen Meer geht vor der Küste Italiens ein ganz nornaler Arbeitstag zu Ende. Eskortiert von Möwen und Delfinen, machen sich die drei Mann Besatzung auf die Rückfahrt zu ihrem Heimathafen Fiumicino bei Rom.

Je näher das Festland rückt, desto mehr weicht die Unbefangenheit der Vorsicht. Spätestens ab der Hafeneinfahrt trägt das Trio um Pasquale Di Bartolomeo Mundschutz: "Man kann sagen, dass alles um die Hälfte zurückgegangen ist", sagt Di Bartolomeo. "Der Verkauf, die Nachfrage und sogar unsere Einkommen. Früher waren wir fünf Tage pro Woche unterwegs. Jetzt, teilweise wegen des Coronavirus, teilweise wegen der sinkenden Nachfrage, fahren wir im Schnitt nur noch an drei Tagen raus."

Flaute am Ärmelkanal

Ob Italien oder Frankreich - die Bilder ähneln sich. Im Hafen von Boulogne-sur-Mer südlich von Calais am Ärmelkanal wurden bis vor Kurzem 60 Tonnen Fisch pro Woche umgeschlagen. Jetzt hat sich der Fang auf 15 Tonnen eingependelt. Die Preise sind um 20 Prozent gesunken. 5000 Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel.

Fischer Jean Michel Level ist Mitgleid der Genossenschaft Etaploise: "Das ist eine Katastrophe. Anders kann man es nicht ausdrücken. Die Angestellten müssen bezahlt werden, doch damit (zeigt auf Fang) ist das nicht möglich."

Anchovis sind Trumpf

Ortswechsel. Im Hafen von Durres in Albanien brummt das Geschäft in der Fischverarbeitungsfirma Nettuno, die sich auf Anchovis spezialisiert hat. Die 50 Arbeitsplätze scheinen vorerst gesichert, so Eigentümer Orlando Salvatore: "Die Anchovis werden immer wertvoller, weil die Menschen Pizza zu Hause machen. Dadurch sind die Verkäufe um ein Drittel gestiegen."

Hauptabnehmer sind Spanien, Italien und Frankreich. Die Nachfrage ist um knapp ein Drittel gestiegen.

Der Haken am Anchovis-Geschäft: Zur Zeit wird hier die gefrorene Ware des vergangenen Jahres verarbeitet. Die neue Fangsaison ab April dürfte ebenfalls von Einschränkungen durch die Pandemie geprägt sein.