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George Floyd war mit Coronavirus infiziert zur Zeit seines Todes - Autopsiebericht

Weltweit fordern Demonstranten eine Ende von Rassismus und Polizeigewalt
Weltweit fordern Demonstranten eine Ende von Rassismus und Polizeigewalt   -   Copyright  AP Photo
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Eine traurige Überschneidung der Nachrichtenlage: Der Gerichtsmediziner vom Hennepin County Medical Examiners Office in Minnesota hat den vollständigen Autopsiebericht von George Floyd veröffentlicht. Er zeigt, dass der 46-jährige Afro-Amerikaner zum Zeitpunkt seines Todes positiv auf das Coronavirus getestet wurde, aber die Infektion bei ihm wahrscheinlich asymptomatisch verlief.

In seinem Bericht, der am Mittwoch mit der Erlaubnis der Familie des Verstorbenen und seiner Anwälte veröffentlicht wurde, stellt der Gerichtsmediziner Andrew M. Baker fest: "Es war bekannt, dass der Verstorbene am 03/04/2020 positiv auf Sars-CoV-2 war. Da die PCR-Positivität für Sars-CoV-2 noch Wochen nach dem klinischen Beginn und dem Abklingen der Erkrankung bestehen bleiben kann, spiegelt das Autopsieergebnis höchstwahrscheinlich eine asymptomatische, aber anhaltende Positivität aufgrund einer früheren Infektion wider."

Das Medical Examiner's Office warnt auf seiner Website, dass es den Inhalt des Autopsieberichts nicht erklären oder Fragen dazu beantworten kann. "Dies zum jetzigen Zeitpunkt zu tun, könnte zukünftige straf- oder zivilrechtliche Verfahren im Zusammenhang mit Mr. Floyds Tod beeinträchtigen.

"Herz- und Lungenstillstand"

Am Montag, dem 2. Juni, hatte derselbe Gerichtsmediziner bereits in einer Pressemitteilung erklärt, dass George Floyd aufgrund seiner Immobilisierung durch die Polizisten einen "Herz- und Lungenstillstand" erlitten habe.

Er nannte auch "andere wichtige Parameter: Arteriosklerose und Bluthochdruck, Fentanylvergiftung, jüngster Konsum von Amphetaminen".

Bis dahin hatte der amtliche Gerichtsmediziner erklärt, dass es keine "physischen Beweise für die Diagnose einer traumatischen Asphyxie oder Strangulation" gebe. "Die kombinierte Wirkung von Mr. Floyds Verhaftung und Fixierung durch die Polizei, seine medizinische Vorgeschichte und das mögliche Vorhandensein psychoaktiver Substanzen in seinem Körper haben wahrscheinlich zu seinem Tod beigetragen", sagte er in einem vorläufigen Bericht.

Verschärfung in Strafverfolgung

Der Staatsanwalt, der den Tod von George Floyd in Minneapolis untersucht, hat den Fall als "vorsätzliche Tötung" neu klassifiziert und Derek Chauvin, den Polizeibeamten, der beschuldigt wird, den 46-Jährigen erstickt zu haben, wegen "fahrlässigen Mordes" angeklagt und die anderen drei anwesenden Polizisten der Mittäterschaft beschuldigt.

Die Familie des am 25. Mai verstorbenen Opfers reagierte in einer Erklärung ihres Anwalts Ben Crump erleichtert auf die verschärfte Strafverfolgung. "Dies ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Gerechtigkeit", sagte sie neun Tage nach Veröffentlichung des Videos, in dem Floyd mit einem Knie im Nacken um Luft ringt und schließlich aufhört zu atmen.