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Tschetschene in Gerasdorf hingerichtet: War's ein Auftragsmord?

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Polizeiabsperrung
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Nach dem tödlichen Schuss auf einen gebürtigen Tschetschenen in Gerasdorf bei Wien mehren sich die Anzeichen, dass der 43-Jährige Opfer eines Auftragsmordes wurde. In Videos, die der Mann im Internet verbreitete, übte er deutliche Kritik an Ramsan Kadyrow, Präsident der russischen Teilrepublik Tschetschenien. Kadyrow ist bereits mehrfach vorgeworfen worden, politische Gegner auch im Ausland unerbittlich zu verfolgen.

Das deutsche Nachrichtenmagazin Der Spiegel berichtet mit Berufung auf Exiltschetschenen, auf das Opfer, das seit 2005 in Österreich lebte und einen neuen Namen angenommen hatte, sei ein Kopfgeld von bis zu 20 Millionen Euro ausgesetzt gewesen.

Opfer hatte kriminelle Vergangenheit

Nach Angaben von oe24.de war das Opfer polizeibekannt und hatte eine kriminelle Vergangenheit. Auch daraus könne sich ein Motiv für die Tat ableiten, heißt es in dem Bericht.

Die Polizei Niederösterreich meldete, der 43-Jährige habe vor der Tat abgelehnt, unter Polizeischutz gestellt zu werden. Nach dem Mord wurden zwei russische Staatsbürger festgenommen. Beide sitzen in der Justizanstalt Korneuburg ein. Das Landesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung Niederösterreich ermittelt. Was einen möglichen politischen Hintergrund betrifft, hält sich die Polizei zurück und betont, die Motivlage sei noch nicht restlos geklärt.

2009 wurde im Wiener Gemeindebezirk Floridsdorf ein Tschetschene ermordet, auch der Mann war ein politischer Gegner Kadyrows.

In Deutschland wurde im August 2019 ein Tschetschene mit georgischer Staatsangehörigkeit mit einem Kopfschuss getötet, die Bundesanwaltschaft geht von einem Auftragsmord aus.