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"Wir geben nicht auf" - Die Proteste in Belarus gehen weiter

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Regierungsgegner am Unabhängigkeitsplatz in Minsk
Regierungsgegner am Unabhängigkeitsplatz in Minsk   -   Copyright  Sergei Grits/AP Photo
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Mehr als zwei Wochen nach der Wahl in Belarus, kommt es in dem Land weiter zu Großdemonstrationen gegen die Regierung. Die Opposition bleibt zuversichtlich - bei den Massenprotesten in Minsk hatten sich zuletzt Menschen aller Altersklassen und Schichten versammelt.

Präsident Alexander Lukaschenko lassen die Demonstrationen jedoch unberührt. Bei einer Sitzung am Montag vor Beginn des neuen Schuljahres fordert der belarussische Staatschef alle Lehrer, die gegen ihn sind, auf, den Schuldienst zu verlassen. In Staatsbetrieben, in denen Teile der Belegschaft aus Protest gegen die Fälschung der Präsidentenwahl am 9. August und gegen die Polizeigewalt die Arbeit niederlegen, lässt er Streikführer festnehmen.

Gesprächsangebote des von der neuen Demokratiebewegung gegründeten Koordinierungsrates lässt der 65-Jährige mit Festnahmen beantworten.

So wurden am Montag die Bürgerrechtlerin Olga Kowalkowa und der Gewerkschafter Sergej Dylewski von der Sonderpolizei OMON verhaftet, wie die Opposition mitteilte. Die Behörden bestätigten dies. Der Grund war unklar. Lukaschenko hatte mehrfach gedroht, den Koordinierungsrat der Opposition zu zerschlagen. Er erklärte das Gremium, das einen Dialog mit dem Machtapparat anstrebt, für illegal. Kowalkowa und Dylewski arbeiten im Präsidium des Koordinierungsrates.

Die Reaktion von Präsident Alexander Lukaschenko, der am Sonntag mit einem automatischen Gewehr aus dem Hubschrauber gestiegen war, ist typisch. Es ist klar, dass die Behörden Angst vor ihrem eigenen Volk und den Forderungen der Mehrheit haben. Wir sind zuversichtlich, dass sie diese Situation bald akzeptieren und mit dem eigenen Volk in einen Dialog treten.
Maria Kolesnikova
Mitglied des Koordinierungsrates

"Jeder unterstützt jeden"

Die Regierungsgegner blieben, auch nach der Verhaftung der Oppositionsaktivisten, vereint, die Menschen würden ihre täglichen Protestmärsche fortsetzen, erklärt Demonstrantin Yana Tsygalko: "Die Leute, die an den Protesten teilnehmen, werden nicht weniger. Jeder unterstützt jeden. Wenn jemand gestern nicht kommen konnte, kam er heute. Nächsten Sonntag werden genauso viele kommen oder sogar mehr. Wir geben nicht auf und gehen erst wieder, bis wir gewonnen haben."

Die Regierung lässt im Westen des Landes weiterhin Militärübungen durchführen. Diese Maßnahmen seien notwendig, denn Lukaschenko sehe die Proteste als vom Ausland gesteuert, so das Verteidigungsministerium.