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"Justizparodie": Mörder von Jamal Khashoggi entgehen der Todesstrafe

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"Justizparodie": Mörder von Jamal Khashoggi entgehen der Todesstrafe
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Fast zwei Jahre nach der Ermordung des Journalisten Jamal Khashoggi hat ein saudisches Gericht die Todesurteile gegen fünf Angeklagte in Haftstrafen umgewandelt.

Das berichtet das saudische Staatsfernsehen unter Berufung auf Justizkreise in der Hauptstadt Riad. Der Journalist und Kritiker der saudischen Regierung war auf dem Gelände der Botschaft Saudi-Arabiens in Istanbul getötet und zerstückelt worden. Leichenteile wurden nie gefunden. Für den Mord wurde ein 15-köpfiges, extra nach Istanbul eingeflogenenes saudisches Sonderkommando verantwortlich gemacht.

Fünf im vergangenen Jahr zum Tode verurteilte Männer erhielten jetzt die nach saudischem Recht maximal möglichen 20 Jahre Haft. Drei weitere Angeklagte wurden laut der saudischen Nachrichtenagentur SPA zu sieben bis zehn Jahren Gefängnis verurteilt. SPA berichtete, die Urteile seien abschließend.

Khashoggis Verlobte: Urteile eine "Farce"

Die UN-Sonderberichterstatterin für den Fall, Agnes Callamard, bezeichnete die neuen Urteile als "Justizparodie". Die Urteile hätten keine Legitimität, sondern stünden am Ende eines Prozesses, der weder fair noch transparent gewesen sei. Jamal Khashoggis Witwe sprach von einer "Farce".

Callamard kam in ihrem Untersuchungsbericht zu dem Schluss, dass es glaubwürdige Hinweise auf eine mögliche persönliche Verantwortung des Thronfolgers und anderer ranghoher Vertreter Saudi-Arabiens gebe.

Dem saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman und möglichen Hintermännern der Gräueltat blieben Untersuchungen erspart. Bin Salman bestritt eine Verwicklung in den Fall.