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13,5 und 14,5 Jahre Freiheitsstrafe: Angeklagte im Missbrauchsprozess Bergisch Gladbach schuldig

Fernseh-Kameras bei einer Pressekonferenz im Kölner Polizeipräsidium über bundesweite Razzien gegen Kinderpornographie, 2.9.2020
Fernseh-Kameras bei einer Pressekonferenz im Kölner Polizeipräsidium über bundesweite Razzien gegen Kinderpornographie, 2.9.2020   -   Copyright  Martin Meissner/Copyright 2020 The Associated Press. All rights reserved.
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Zwei Angeklagte im Missbrauchskomplex Bergisch Gladbach sind zu dreizehneinhalb Jahren, bzw. vierzehneinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Die Männer aus Krefeld und Viersen in Nordrhein-Westfalen müssen wegen schwerem sexuellen Kindesmissbrauchs sowie Besitzes und Verbreitung kinderpornografischer Schriften hinter Gitter.

Der Mann aus Krefeld hatte gestanden, seine Tochter missbraucht zu haben. Sie ist heute 11 Jahre alt. Seit 2017 habe er sich zudem an der Nichte des zweiten Verurteilten aus Viersen vergangen. Sie ist inzwischen 12 Jahre alt. Der Viersener hatte seine Nichte seit 2015 missbraucht, die seine Schwester ihm anvertraut hatte, gestand aber nur ein Drittel der angeklagten Fälle ein. Die Verteidiger wollen das Urteil anfechten.

Der Krefelder zeigte sich reuig, das Geschehene täte ihm leid. Sein umfassendes Geständnis ersparte den Mädchen eine Aussage vor Gericht. Beide Täter hatten Videos und Fotos von ihren Taten aufbewahrt.

Insgesamt waren mehr als 100 Missbrauchsfälle angeklagt worden. Einige wurden eingestellt, weil sie nur mithilfe der Opfer hätten aufgeklärt werden können. Das aber, so Richter Lothar Beckers, "wollten wir den Mädchen ersparen."

Spuren im Missbrauchskomplex führen in alle Bundesländer

Der Missbrauchsskandal zieht weite Kreise. Der Stein war ins Rollen gekommen, weil bei einer Polizei-Durchsuchung in Bergisch Gladbach digitale Kontakte zu anderen Verdächtigen gefunden wurden, die ebenfalls im Verdacht stehen, Kinder missbraucht zu haben. Bis Ende August hatten die Ermittler Spuren in allen undesländern sichergestellt. Allein in Nordrhein-Westfalen wurden bis zum 27. August gegen 84 Beschuldigte ermittelt.

Schon im Juni hatte NRWs Justizminister Peter Biesenbach erklärt, dass Spuren zu potenziell mehr als 30.000 Verdächtigen führen könnten. Es gehe dabei nicht nur um die Verbreitung und den Besitz von Kinderpornografie, sondern auch um schweren Kindesmissbrauch.