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#Metoo des 17. Jahrhunderts - Austellung "Artemisia" in London

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Austellung "Artemisia" in der National Gallery in London
Austellung "Artemisia" in der National Gallery in London   -   Copyright  Andrew Medichini/AP
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Artemisia Gentileschi (1593 in Rom - 1654 in Neapel) hat lebendige Bilder von starken Frauen gemalt und das im Europa des 17. Jahrhunderts, als Künstlerinnen kaum akzeptiert waren.

Die National Gallery in London zeigt jetzt eine Retrospektive der italienischen Barockkünstlerin.

Hätte es damals den #Metoo-Hashtag schon gegeben, Artemisia hätte wohl Anhängerinnen auf der ganzen Welt gehabt. Ihr Harvey Weinstein war der Maler Agostino Tassi, der enge Verbindungen zum Papst hatte.

Die junge Künstlerin machte ihre Vergewaltigung öffentlich. Es kam zu einem Prozess, wie die Kuratorin, Letizia Treves, der Ausstellung erklärt: "Sie war bereit, sich einer gerichtlichen Folter zu unterziehen, es war die einzige Möglichkeit, zu beweisen, dass sie die Wahrheit sagte, das wusste sie. Für ein Mädchen von nur 17 oder 18 Jahren beantwortete sie die Fragen des Richters mit einer unglaublichen Gelassenheit."

Die Geschichte ihrer Vergewaltigung durch Agostino Tassi überschatteten lange Zeit ihre Leistungen Artemisia Gentileschis als Künstlerin. Der Prozess dauerte sieben Monate und war eines der schockierendsten Ereignisse des Jahrhunderts.

Artemisia stellte die Konventionen der damaligen Zeit in Frage und zeigte auch während des Prozesses einen ungebrochenen Willen.

Kuratorin, Letizia Treves: "Ich denke, man bekommt eine Ahnung von ihrem Wesen. __Man erkennt gar eine gewisse Ironie. Während sie gefoltert wird und Seile um ihre Finger gebunden und festgezogen werden, dreht sie sich zu ihm um und sagt: "Das ist der Ring, den Sie mir versprochen haben, das ist Ihr Versprechen."

Die 400-seitigen Aufzeichnungen zum Vergewaltigungsprozess, die sonst im Staatsarchiv in Rom aufbewahrt werden, werden in der Ausstellung der Öffentlichkeit präsentiert.

Artemisia Gentileschi gilt als bedeutendste Malerin ihrer Epoche. Die beiden ersten Gemälde entstanden ab 1612. 1623 war sie bereits so berühmt, dass sie mehrere Auftraggeber hatte.

Es ist die erste Retrospektive in Großbritannien für eine Malerin der Renaissance oder des Barock. Die Austellung Artemisia ist bis zum 24 Januar in der National Gallery in London zu sehen.