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Afghanistan: Zwei "amerikanische" Jahrzehnte gehen zu Ende, die Not bleibt

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Afghanistan: Zwei "amerikanische" Jahrzehnte gehen zu Ende, die Not bleibt
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Die Regierungen Afghanistans und Finnlands haben gemeinsam mit den Vereinten Nationen eine - weitgehend virtuelle - Afghanistan-Konferenz organisiert. Rund 70 Länder und mehr als 30 internationale Organisationen, dazu Vertreter der afghanischen Regierung und der Zivilgesellschaft waren mit dabei. Ankerpunkt war das UN-Palais des Nations in Genf.

Das wichtigste Ziel: "Wir Afghanen wollen ein Ende der Gewalt und setzen uns für eine politische Lösung ein, die nicht nur das Leid des afghanischen Volkes beenden, sondern auch die Errungenschaften der letzten 19 Jahre stärken, schützen und bewahren kann", sagte Abul Hadi Arghandiwal, afghanischer Finanzminister.

Bei der Konferenz kamen gut 10 Milliarden Euro für eine friedliche Entwicklung und den Wiederaufbau des Landes in den kommenden vier Jahren zusammen, unter anderem von der EU.

Ville Skinnari, finnischer Minister für Entwicklungszusammenarbeit und Außenhandel:

"Ich freue mich, dass sich die internationale Gemeinschaft zum ersten Mal zur Forderung nach einem sofortigen, dauerhaften und umfassenden Waffenstillstand zusammengeschlossen hat. Zusammen mit der vollen Achtung des internationalen und humanitären Rechts ist dies das, was das afghanische Volk will und dringend verdient."

VIERZIGJÄHRIGER KRIEG

Die Afghanen leben seit mehr als 4 Jahrzehnten mit Kriegen oder Konflikten. 40 Prozent der Bevölkerung, 14 Millionen Menschen, brauchen dringend Hilfe zum Überleben, so die britische NGO „Save the Children“ – Covid-19 schlägt auch hier zu und der Winter steht vor der Tür.

Der EU-Außenbeauftragte Josep Borell forderte einen Waffenstillstand für das Land, sofort. Und warnte vor Versuchen, dort ein Kalifat zu errichten.

US-Kommandeure bereiten sich auf den Rückzugs-Befehl der scheidenden Regierung Trump vor: Die in Afghanistan stationierten US-Truppen sollen bis Mitte Januar von rund 4.500 Mann auf etwa 2.500 abgebaut werden, so US-Medien. US-Soldaten sind seit 2001 im Land, sie waren nach den Anschlägen vom 11. September einmarschiert.

su mit AP