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Schlechter Scherz? Adolf Hitler sitzt 2020 im Landrat

Von Euronews
B1/C46 Kreuzung Mandume Ndemufayo Street in Ongwediva, Namibia
B1/C46 Kreuzung Mandume Ndemufayo Street in Ongwediva, Namibia   -   Copyright  Rtevels (eigenes Werk), CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons
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Nein, es ist kein schlechter Scherz. Ein Mann namens Adolf Hitler Uunona ist in Namibia zum Landrat der Region Ompundja gewählt worden. Am vergangenen Mittwoch wurde er auf die Verfassung des Landes eingeschworen. Ompundja befindet sich in der Region Oshana im Norden des Landes, unweit der namibisch-angolanischen Grenze.

Der 54-Jährige holte für seine Partei SWAPO, die einstige Befreiungs und Anti-Apartheidsbewegung, 84,88 Prozent der Stimmen, eine Mehrheit, die sie bei diesen Wahlen in vielen Regionen des Landes einbüßte.

In einem Interview mit der BILD-Zeitung, die ihn auf seinen ungewöhnlichen Namen ansprach, erklärte der Politiker: "Es heißt nicht, dass ich nach der Weltherrschaft strebe". Sein Vater habe ihn offenbar so benannt, ohne sich der Tragweite des Namens bewusst zu sein. Er erklärt: "Für mich war das als Kind ein ganz normaler Name. Erst als Heranwachsender begriff ich: Dieser Mann wollte die ganze Welt unterwerfen. Ich habe mit all diesen Dingen nichts zu tun."

So will er seinen Namen auch nicht ändern lassen, dafür sei es zu spät. Er sei bereits in allen offiziellen Dokumenten eingetragen und eine solche Änderung sei nicht ohne Weiteres möglich. Den Beinamen "Hitler" verwendet er in der Öffentlichkeit nicht, dort ist er meist als Adolf Uunona unterwegs. Seine Frau nenne ihn meistens einfach nur Adolf, ein Name, der in der einstigen deutsche Kolonie Deutsch Südwestafrika nicht unüblich ist.

Neben einer deutschsprachigen Minderheit in dem Land zeugen zahlreiche Straßen und Ortsnamen (wie Lüderitz, Mariental, Uhlenhorst) von der deutschen Kolonialepisode. Zudem gibt es auch deutschsprachige Radiosender und Zeitungen.