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Kolonialverbrechen: Herero-Delegation in Berlin

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Kolonialverbrechen: Herero-Delegation in Berlin

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Deutschland hat eine Kolonialgeschichte, und die ist genauso unrühmlich wie das der meisten Staaten. Auch das der Tod ein Meister aus Deutschland sei, stimmt nicht überall, für Namibia, das ehemalige Deutsch-Südwest, trifft es zu.

Herero und Nama Delegation in Berlin

Zur Zeit ist eine Delegation der Herero und Nama in Berlin, Nachfahren des ersten Genozids des 20. Jahrhunderts, begangen von deutschen Kolonialtruppen. Anlass ist die Übergabe von Gebeinen: 19 Schädel, Knochen und Hautreste sollen nach Windhuk zurück kehren.

Esther Utjiua Muinjangue ist Vorsitzende der Ovaherero Genocide Foundatio:

"Es ist sehr schmerzhaft für uns. Weil ich nicht einfach einen Knochen sehe. Ich sehe den Schädel eines Herero oder Nama-Bauern, der meine Urgroßmutter oder Urgroßvater oder Ur-Urgroßmutter oder Vater hätte sein können."

Etwa 100.000 Herero und Nama wurden teils grausam getötet, sterbliche Überreste wurden für die Rassenforschung nach Deutschland gebracht. Zuletzt waren sie in Sammlungen von Kliniken, Museen und im Privatbesitz.

Völkermord und Reparationen

Die Nachfahren fordern eine Entschuldigung für einen Völkermord und Reparationen, Deutschland bietet Wiedergutmachung an und verweist auf stets großzügige Entwicklungshilfe.

Bundesrepublik in New york verklagt

Die Stammesvertreter fordern jedoch direkte Zahlungen, darauf haben sie Deutschland vor einem US Gericht verklagt. Von der eigenen Regierung fühlen sie sich nicht gut vertreten; die wird gestellt von den Ovambo, einem Stamm, der nicht zu den Opfern zählte. Ende der Woche soll mit Ankunft der Gebeine die nächste Verhandlungsrunde im namibischen Windhuk beginnen.