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So macht das Kraulen noch mehr Spaß - das nachhaltigste Schwimmbad von Brüssel

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Von Claudio Rosmino
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So macht das Kraulen noch mehr Spaß - das nachhaltigste Schwimmbad von Brüssel
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Von einer in die Jahre gekommenen Anlage zum ökologischen Vorzeigeprojekt: Das nachhaltigste Schwimmbad von Brüssel befindet sich auf dem Campus der Freien Universität in Etterbeek. **Thema dieser Smart-Regions-Folge.**

Das Schwimmbad stammt aus dem Jahr 1989 und wurde einige Jahre lang saniert. Heute produziert die Sportanlage einen großen Teil ihres Energiebedarf selbst und hat ihren CO2-Ausstoß massiv reduziert. Sie setzt über 500 Tonnen CO2 weniger pro Jahr frei als die alte Anlage.

Durch die Aufbereitung von Abwasser und das Auffangen von Regen verbraucht sie 70 Prozent weniger Wasser als ein durchschnittliches öffentliches Schwimmbad. Das entspricht 10 Millionen Liter Einsparung pro Jahr.

Der Energieverbrauch konnte dank effizienter Technologien, wie dem Blockheizkraftwerk minimiert werden – einem System, das durch die Verbrennung von Biomasse sowohl Strom als auch Wärme erzeugt.

Sven de Bruyn, Ingenieur der Freien Universität Brüssel, erklärt: "Das sind die Lüftungsanlagen. Sie haben eine eingebaute Energierückgewinnung, das heißt sie nutzen Wärmepumpen und holen die Energie, die wir aus der Luft herausholen können und geben sie wieder an den Pool ab. Das macht etwa 70 Prozent der Energieeinsparungen aus. Auf der anderen Seite haben wir die Kraft-Wärme-Kopplung installiert, die gleichzeitig Wärme und Strom erzeugt. Es ist also sozusagen eine Win-Win-Situation.“

2 Millionen Euro kamen von der EU

60 Prozent des von der Kraft-Wärme-Kopplung erzeugten Stroms werden für das Schwimmbad verwendet, die anderen 40 Prozent für den Rest des Campus. Die Gesamtinvestition für das Projekt betrug 7,8 Millionen Euro, die EU-Kohäsionspolitik hat das Projekt mit rund 2 Millionen Euro gefördert.

Das Schwimmbad, das von der Universität betrieben wird, ist dank seiner vielen Nutzer auch in finanzieller Hinsicht nachhaltig. Und die lokale Gemeinschaft profitiert auch, erklärt Dirk van de Wiele, der Leiter der Sportliche Infrastrukturverwaltung der Freien Universität Brüssel:

"Wir haben die Kapazität des Schwimmbads verdoppelt. Statt 80.000 Personen im Vergleich zum alten Schwimmbad können wir jetzt 150.000 Badegäste pro Jahr empfangen. Und es sind nicht nur Einzelpersonen, die kommen, es sind Schulen, Vereine, Schwimmschulen für kleine Kinder. Wir haben FKK-Anhänger, die zum Schwimmen kommen. Wir haben Taucher, Unterwasserhockey, Synchronschwimmer, Wasserball, Bahnen-Schwimmen."

Ganz neue Bedingungen für das Lehre und Training

Das liegt auch an der Qualität des Wassers. Es ist weicher als in anderen Pools.
Kristine de Martelaer, Professorin für Physiotherapie

Das neue Bad hat die Bedingungen für das Schwimmen enorm verbessert, sowohl für die Gäste als auch für die Lehrer, wie die Professorin für Physiotherapie Kristine de Martelaer bestätigt: "Hier zu unterrichten ist einfacher als in einem anderen Schwimmbad. Wir sind froh, dass wir hier einen Pool als ein lebendiges Labor haben. Das liegt auch an der Qualität des Wassers. Es ist weicher als in anderen Pools. Und es liegt an der Qualität der Luft."

"Das Neue ist, dass in diesem kleinen Pool der Boden beweglich ist. Wenn wir also eine Gruppe haben, die Übungen in einer bestimmten Tiefe ausüben muss, können wir das von Gruppe zu Gruppe anpassen.“

Der Boden im Trainings-Pool kann von wenigen Zentimetern bis zu 2 Metern Tiefe variiert werden.