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2020 und die EU: Was für ein Jahr!

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2020 und die EU: Was für ein Jahr!
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Es war definitiv ein seltsames Jahr, und ganz gleich, was passieren mag, bevor das neue Jahr kommt – 2020 wird in die Geschichtsbücher als ein entscheidendes Jahr eingehen, in dem weltweit mehr als 1,5 Millionen Menschen starben und die westlichen Demokratien einer echten Prüfung unterzogen wurden.

In diesem Zusammenhang hat die Corona-Pandemie die Pläne und Prioritäten der EU auf den Kopf gestellt. Deutschland, eine der Hauptsäulen des Blocks, musste sogar seine jahrzehntelangen Überzeugungen überdenken.

Merkel und ihre Verbündeten im Rat, insbesondere Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, drängten auf eine beispiellose Aktion: Die EU nahm gemeinsam Kredite auf, um den am stärksten Betroffenen zu helfen und eine starke Erholung zu gewährleisten. Insgesamt sollen in den nächsten Jahren 1,8 Billionen Euro mobilisiert werden. Mit der Zustimmung zur gemeinsamen Verschuldung warf Deutschland seine jahrzehntelange Steuerpolitik über Bord.

Katharina Barley, Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments, fasst zusammen: "Die deutsche Ratspräsidentschaft hat einen großen Unterschied gemacht, als es um die Solidarität in der Corona-Krise ging. Der deutsch-französische Vorschlag wurde mit einer großen Erleichterung und, ich würde sagen, sogar mit so etwas wie Dankbarkeit von einigen Mitgliedsstaaten und von vielen Abgeordneten aufgenommen. Denn anders zu reagieren als Deutschland in der Finanzkrise, das war etwas, was für Europa als Ganzes extrem wichtig war."

In diesem Zusammenhang warten die Europäer also darauf, dass der Weihnachtsmann noch großzügiger ist und zumindest etwas Hoffnung bringt.Wir haben Europaabgeordnete gebeten zu sagen, wer es ihrer Meinung nach verdient, ganz oben auf der Liste des Weihnachtsmannes zu stehen und wer vergessen werden sollte.

Wer sollte Ihrer Meinung nach vom Weihnachtsmann die Rute bekommen?

Rasmus Andresen (Deutschland, Grüne): "Viktor Orban."

Cristian Terhes (Rumänien, ECR): "Es wären viele der Bürokraten, die es schwer haben, mit dieser Pandemie umzugehen."

Sara Cerdas (Portugal S&D): "Ich denke, es werden vielleicht Ungarn und Polen sein, ihre politischen Führer."

Niels Fuglsang (S+D, Dänemark): "Apple, weil die EU gerade ein Gerichtsverfahren gegen Apple verloren hat, das in Irland 0,005% an Körperschaftssteuer zahlt."

Wer wird dieses Jahr vom Weihnachtsmann belohnt?

Rasmus Andresen (Deutschland, Grüne): "Das Europäische Parlament."

Sara Cerdas (Portugal, S&D): "Wenn die EU eine Person wäre, würde ich sagen, dass die EU auf der Liste der guten Menschen steht, weil ich denke, dass wir aus all den Spaltungen sehr geschlossen und gestärkt hervorgegangen sind nach dieser ganzen Krise, nach diesem ganzen verrückten Jahr, das 2020 war."

Niels Fuglsang (S+D, Dänemark): "Ich würde sagen, Frans Timmermans, weil ich sagen würde, dass er die EU in die Richtung drängt, den Green Deal zu erfüllen."

Cristian Terhes (Rumänien ECR): "Ich würde sagen, die Bürger von Europa. Sie haben bewiesen, dass sie in dieser Zeit der harten Zeiten geeint sind."

Fassen Sie das Jahr 2020 in einem Wort zusammen:

01.14 SOT Rasmus Andresen (Deutschland, Grüne): "Schwierig."

01.15

Cristian Terhes (Rumänien, ECR)

Ich würde sagen, es war ein hartes Jahr und es war ein unerwartetes Jahr, mit unerwarteten Herausforderungen.

01.22 SOT Sara Cerdas (Portugal S&D)

"Ohne Zweifel war es sehr herausfordernd. Ich will keinen Virus oder irgendwelche Krankheiten verwenden, aber herausfordernd für alle."

01.31 SOT Niels FUGLSANG (S+D, Dänemark)

"Es waren harte Zeiten und ich hoffe, dass 2021 besser sein wird."

Egal aus welchem Teil der Welt Sie kommen, egal welche Sprache Sie sprechen, es gibt ein Wort, das Sie mit Sicherheit verstehen: Covid-19. Das ist das Wort, das die globale Gemeinschaft auf fatale Weise verbunden hat. Doch Europa bleibt eine bunte Mischung aus verschiedenen Perspektiven und Geschichten. Euronews-Korrespondenten erklären, welches das „Wort des Jahres“ in ihrer Sprache in diesem Jahr ist und warum.

Stefan Grobe, Deutschland:

Ich muss zugeben, mein Wort des Jahres in deutscher Sprache ist weder überraschend noch originell: "Corona-Pandemie". Zumindest muss ich nicht erklären, warum. Aber ich habe mich schwergetan, denn ich mochte auch Neuschöpfungen, von denen man bis 2019 noch nie etwas gehört hatte: Wörter wie "Sozialdistanzierung" oder "Superspreader". Und jetzt drücke ich die Daumen für mein Lieblingswort des Jahres 2021: "Wiederbelebung".

Ana Lazar, Spanien:

In Spanien ist das Wort des Jahres CONFINAMIENTO, was so viel bedeutet wie "Einsperren" ... Denn die Zeit, in der die Bürger zu Hause eingesperrt blieben, war eine der längsten in Europa: 40 Tage strenger Einschluss, gefolgt von einer langsamen und allmählichen Wiedereröffnung. Jetzt heißt es mit Blick auf das neue Jahr: Geduld ... denn die Situation wird sich sicher bessern.

Isabel Marques da Silva, Portugal:

Das Wort des Jahres auf Portugiesisch ist BAZUCA. Im Wörterbuch steht, dass es ein Gerät ist, das auf der Schulter platziert wird, um Raketen auf Militärfahrzeuge abzufeuern. Aber der Begriff wurde benutzt, um zu sagen, dass das Budget der Europäischen Union für die nächsten sieben Jahre viel größer sein muss als in der Vergangenheit. Nur mit einem „Bazuca“ gäbe es genug Geld, um die Rezession zu überstehen, die durch die Pandemie verursacht wurde, ein weiterer starker Ausdruck im Jahr 2020.

Jack Parrock, Großbritannen:

Mein Wort des Jahres ist UNMUTE. Wie oft haben wir alle schon in Videotelefonaten gesessen und waren nicht in der Lage, gehört zu werden oder jemand anderen zu hören.

Sandor Zsiros, Ungarn:

Das Wort des Jahres in Ungarn war "Drainpipe". Gemeint ist das berühmte Abflussrohr im Zentrum Brüssels, das der ungarische Europaabgeordnete Jozsef Zsájer benutzte, um einer Abriegelungsorgie zu entkommen. Der Fall beendete die politische Karriere von Herrn Zsájer und zeigte auch die politische Heuchelei auf.

Andrej Beketow, Russland:

Mein Wort des Jahres ist Sputnik V. Für viele Russen steht V für Sieg. Der Erfolg des Impfstoffs steckt schon im Namen. Genauso heißt das russische Flugzeug SuperJet, damit es auch wirklich super ist. Alles, worauf die Nation stolz ist, trägt den Namen des ersten Satelliten. Der Lada hieß Sputnik. Sputnik und Russia Today sind die Medien des Kremls. Erwarten Sie also nächstes Jahr SuperJab oder eine Injektion von Russia Today!

Das war’s in diesem Jahr von „State oft the Union“. Frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr! Καλη χρονια! (Frohes neues Jahr auf Griechisch).