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Chinas LGBT-Hochburg Chengdu bangt um seine relative Freiheit

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Schild der NGO "Chengdu Rainbow"
Schild der NGO "Chengdu Rainbow"   -   Copyright  AFP
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Chengdu, die Hauptstadt der Provinz Sichuan im Südwesten Chinas mit ihren 16 Millionen Einwohnern, trägt auch den etwas frechen Beinamen "Gaydu", sie gilt als freizügig und eine Art Hochburg der chinesischen LGBT-Community.

Eine Oase, denn gesellschaftlich akzeptiert ist Homosexualität in China noch immer nicht. Besonders Millennials wie den Lehrer Ray zieht es in die Metropole fernab von Peking.

"Ich bin schwul, lebe in Chengdu und bin Lehrer. Alle meine Schüler, mein Chef und die Eltern meiner Schüler wissen, dass ich schwul bin. Ich denke, es ist freier hier, ich kümmere mich nicht darum, wenn jemand mich nicht mag."

Doch die vermeintliche Freiheit ist relativ. Erst im vergangenen Oktober ließen die Behörden einen schwulen Nachtclub schließen. Angeblich wegen erhöhter Aids-Infektionen. Vor allem geht es aber um Kontrolle.

Nur nicht zu sehr zurückfallen

Die Vertreter von LGBT-Organisationen wissen, dass sie beobachtet werden. Man müsse ständig darauf achten, der Zentralregierung nicht vor den Kopf zu stoßen, sagte Mathew von der NGO "Chengdu Rainbow", die sich für die Rechte von Homosexuellen einsetzt.

"Ich erwarte nicht, dass wir große Fortschritte machen werden, sondern hoffe nur, dass wir nicht zu sehr zurückfallen. Ich möchte nicht, dass unsere NGO geschlossen wird oder wegen des Drucks nicht arbeiten kann."

Offiziell ist Homosexualität in China zwar nicht verboten, aber Mitglieder der LGBT-Gemeinschaft werden immer noch diskriminiert. Das gilt bis in die eigene Familie. Viele Schwule und Lesben outen sich daher nur im engsten Freundeskreis.