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Afrikanische Freihandelszone: 54 Staaten tun sich zusammen

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Von euronews
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Afrikanische Freihandelszone: 54 Staaten tun sich zusammen
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Das Jahr 2021 beginnt mit einer grundlegenden Neuordnung des Handelsverkehrs auf dem afrikanischen Kontinent. 54 Staaten bilden ab sofort die Freihandelszone AfCFTA, allerdings ist das Abkommen noch nicht von allen Ländern ratifiziert worden. Der Inselstaat São Tomé und Príncipe vor der afrikanischen Westküste hat dies bereits im Juni 2019 getan.

Edite Ten Jua, Außenministerin von São Tomé und Príncipe, erläutert: „Wie bei jeder neuen Vereinbarung gibt es dabei Herausforderungen: Bei den Flugverbindungen und der Reisefreiheit der Menschen zum Beispiel. Aber ich meine, dass wir diese Schwierigkeiten lösen wrden. Es gibt auch die Frage von Zöllen, obwohl von freiem Handel die Rede ist. Aber es gibt eine Liste von Waren, die als vorrangig für unser Land eingestuft werden. Es gibt da viele organisatorische Dinge, die erledigt werden müssen.“

In Afrika bestehen derzeit acht regionale Handelsabkommen. Einige davon wollen innerhalb des neuen kontinentalen Wirtschaftsraums als Einheit auftreten. Zu den Ländern, die das Abkommen noch nicht ratifiziert haben, gehören unter anderem Algerien, Madagaskar, die Demokratische Republik Kongo, Marokko und Mosambik. Das ostafrikanische Eritrea hat sich gegen eine Teilnahme an der Freihandelszone entschieden.

Denn wir treiben zu wenig innerafrikanischen Handel, sondern handeln weiterhin vor allem mit dem Westen und Asien
Agostinho Kapaia
Vorsitzender des angolanischen Außenhandelsverbands

Einige wichtige Punkte sind noch nicht vollständig verhandelt worden. Klärungsbedarf besteht unter anderem noch bei den Ursprungsregeln und beim Abbau von Einfuhrzöllen. Ungeachtet dessen sind die Erwartungen hoch: Durch die neue afrikanische Freihandelszone soll unter anderem das wirtschaftliche Potential der teilnehmenden Länder besser genutzt sowie mittel- bis langfristig Arbeitsplätze geschaffen werden.

Agostinho Kapaia, der Vorsitzende des angolanischen Außenhandelsverbands, sagt: „Es geht darum, den Handel, der derzeit auf afrikanischer Ebene gering ist, voranzutreiben. Denn wir treiben zu wenig innerafrikanischen Handel, sondern handeln weiterhin vor allem mit dem Westen und Asien."

Euronews-Reporterin Neusa e Silva kommentiert: „Der Startschuss findet am 4. Januar mit der ersten Handelsabwicklung in Ghana statt, dem Sitz des Büros der afrikanischen Freihandelszone. Gefolgt von einem Gipfel der Staatschefs der Mitglieder der Afrikanischen Union.“