Eilmeldung
Dieser Inhalt ist in Ihrer Region nicht verfügbar

Noch strengere Maßnahmen: Frankreich weitet Ausgangssperren aus

euronews_icons_loading
Noch strengere Maßnahmen: Frankreich weitet Ausgangssperren aus
Copyright  Paul White/Copyright 2021 The Associated Press. All rights reserved
Schriftgrösse Aa Aa

In Frankreich bleiben Restaurants und Bars geschlossen. Eigentlich hätten sie am 20. Januar wieder öffnen sollen. In weiteren 10 Departements wird außerdem eine Ausgangssperre von 18 Uhr ab gelten, nicht erst ab 20 Uhr wie bisher. Diese Regelung gilt bereits in 15 Departements im Osten des Hexagons.

Der französische Regierungschef Jean Castex erklärte: "Die zweite Welle ist noch nicht vorbei. Wir sind noch weit entfernt von unserem Ziel von 5000 Neuansteckungen pro Tag. Unser Gesundheitssystem steht unter Druck."

Wegen der mutierten Variante des Coronavirus bleibt Frankreichs Grenze zu Großbritannien für Reisende auf Weiteres geschlossen. Diejenigen, die reisen dürfen, müssten automatisch einen Test vorlegen, wenn sie Frankreich betreten, sagte Premier Jean Castex am Donnerstagabend.

Den Gesundheitsbehörden zufolge gibt es in Frankreich zwei Cluster der in Großbritannien verstärkt aufgetretenen mutierten Form des Coronavirus.

Vor Weihnachten war es in der Grenzregion Kent zu Chaos gekommen, weil Frankreich die Grenze überraschend geschlossen hatte. Tausende von Fernfahren hatten tagelang in ihren Lastwagen ausharren müssen.

Man dürfe bei der Wachsamkeit nicht nachlassen, sagte Castex.

"2021 wird das Jahr der Hoffnung", betonte er außerdem.

Die Verbreitung des Virus habe seit Ende des vergangenen Jahres tendenziell zugenommen, warnte Castex. Er sprach von aktuell rund 15 000 Neuinfektionen pro Tag. Präsident Emmanuel Macron hatte Ende vergangenen Jahres maximal 5000 Neuinfektionen pro Tag als Zielgröße ausgerufen. In weiteren zehn Départements soll nun die abendliche Ausgangssperre auf 18 Uhr vorgezogen werden. Um welche es sich handele, werde am Freitagabend bekanntgegeben, hieß es. Der Sender BFMTV veröffentlichte allerdings bereits eine Liste. Derzeit gilt diese Regelung in mehr als einem Dutzend Départements, im Rest des Landes gilt eine Ausgangssperre ab 20 Uhr.

In den vergangenen fünf Tagen seien rund 45 000 Menschen geimpft worden, sagte Castex. Bis Ende Januar werden man in der Lage sein, mindestens eine Million Menschen zu impfen, versprach er. Ab Montag könnten sich Senioren über 75 schützen lassen. Zuletzt war die Regierung massiv kritisiert worden, weil im Vergleich zu anderen Ländern in Frankreich der Impfstart extrem schleppend verlief.

Auch Großbritannien lässt nur mehr einreisen, wer einen gültigen negativen Coronatest hat. Der Verkehr von und nach Großbritannien ist minimal. Premierminister Boris Johnson sagte: ''Dies ist eine nationale Herausforderung in einem Ausmaß, wie wir es noch nie gesehen haben, und sie wird eine beispiellose nationale Anstrengung erfordern. Und natürlich wird es Schwierigkeiten geben. Termine werden geändert. Aber die Armee arbeitet Hand in Hand mit dem Gesundheitssystem, um ein Netzwerk für den Impfstoff aufzubauen."

Viele Länder ziehen strengere Maßnahmen durch. Wegen steigender Zahlen verlängerte auch das Parlament in Lissabon den Ausnahmezustand um eine weitere Woche.

Im Rahmen dieser zweithöchsten Notstandsstufe herrschen seit dem 9. November in weiten Teilen Portugals unter anderem Ausgehbeschränkungen und Sperrstunden, darunter auch in der Hauptstadt Lissabon und der nördlichen Metropole Porto.