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"Corona-Diktatur" schafft es zum "Unwort" des Jahres

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Offene Buchseite   -   Copyright  Waldemar Brandt / Unsplash
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Die "Unwörter des Jahres" 2020 sind "Corona-Diktatur" und "Rückführungspatenschaften". Das teilte die Jury der Aktion, an diesem Dienstag in Darmstadt mit.

Das Thema, um das sich 2020 alles drehte, war die Corona-Pandemie. Sie habe in der Öffentlichkeit, aber auch in den Vorschlägen dominiert. Ein "Unwort-Paar" habe man deswegen ausgewählt, weil es auch in anderen Bereichen inhumane und unangemessene Wörter gegeben habe.

So bezeichnen die ebenfalls gekürten "Rückführungspatenschaften" als solches. Dieses sei ein Euphemismus und zugleich zynisch und beschönigend. Das Wort, das die EU-Kommission bemüht hatte, bezeichnet die Abschiebung - und verbindet diese mit einem eigentlich positiv besetzten Begriff.

Der Begriff der "Corona-Diktatur" war erstmals von sogenannten "Querdenkern" und rechten Propagandisten genutzt worden, um die Corona-Maßnahmen der Regierung zu kritisieren.

Bis zum 31. Dezember wurden insgesamt 1826 "Unwörter"-Vorschläge eingesandt, mit 625 verschiedenen Vorschlägen, 75 von ihnen erfüllten die Anforderungen von mindestens einem der vier Unwort-Kriterien. Demnach sind Unwörter dadurch gekennzeichnet, weil sie gegen das Prinzip der Menschenwürde oder Prinzipien der Demokratie verstoßen, einzelne gesellschaftliche Gruppen diskriminieren oder beschönigend, verschleiernd oder irreführend sind. Allerdings entscheidet die Jury nicht nach der Häufigkeit für jedes der genannten Worte.

Die Aktion "Unwort des Jahres", die vom Institut für Sprach- und Literaturwissenschaft an der Technischen Universität Darmstadt von der durchgeführt wird, gibt es schon seit 1991.