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So alt wie die "Vasa": Forscher kämpfen um Schiffswracks in der Ostsee

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Patrik Dahlberg von der schwedischen Küstenwache
Patrik Dahlberg von der schwedischen Küstenwache   -   Copyright  JONATHAN NACKSTRAND/AFP or licensors
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Schwedische Meeresarchäologen wachen über einen bedeutenden, aber auch gefährdeten Schatz. Rund 20.000 Schiffswracks schlummern auf dem Grund der Ostsee, die es vor Plünderern zu schützen gilt.

Etwa ein 500 Jahre altes, beladenes Handelsschiff in erstaunlich gutem Zustand, das 2017 entdeckt wurde. Doch seitdem verschwinden immer wieder Objekte wie von Geisterhand. Dabei ist es strengstens verboten, eigenständig Gegenstände aus historischen Wracks zu entfernen.

Archäologe Jim Hansson vom Seehistorischen Museum erinnert sich genau an einen Kochtopf, der beim ersten Tauchgang noch vorhanden war. Ein schwerer Verlust, sagt er. "Wenn alles an Ort und Stelle bleibt, können wir die Geschichte so nah wie möglich an der Realität erzählen. Denn es gibt keine Bücher, keine Skizzen oder Kopien. Wir brauchen diese Artefakte."

Deswegen haben Hansson und seine Kollegen damit begonnen, die Fundorte systematisch zu erfassen, zu fotografieren und zu filmen.

Patrik Hoglund sagt: "Wir können mit den Fotos zurückkommen und den Zustand mit unseren Plänen überprüfen, um zu verstehen, was passiert ist. Ob Leute hier geplündert haben oder ob natürliche Ursachen das Wrack haben zerfallen lassen."

Unterstützung bekommen die Forscher von Küstenwache, Polizei und Marine. Schließlich gilt es, 1.500 Kilometer der schwedischen Ostseeküste überwachen.

Derweil kommen immer wieder neue Schätze hinzu: Im Herbst 2019 wurden zwei jahrhundertealte Schiffwracks entdeckt. Mindestens eines davon könnte ein Schwesterschiff des bekannten Kriegsschiffs "Vasa" sein, das 1961 geborgen und ist derzeit im Vasa-Museum in Stockholm zu sehen ist.