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Borrell erntet Kritik an Moskau-Besuch - aber auch Lob

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Borrell erntet Kritik an Moskau-Besuch - aber auch Lob
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Es war ein kontroverser Besuch mit einem kontroversen Timing. An dem Tag, an dem EU-Außenbeauftragter Josep Borrell In Moskau mit dem russischen Außenminister Sergei Lawrow konferierte, hatte Oppositionsführer Alexej Nawalny wieder vor Gericht zu erscheinen.

Euronews bat politische Analysten um ihre Einschätzung:

Die EU vermeide eine Konfrontation mit Moskau, so Joanna Hosa vom European Council on Foreign Relations. Zu Beginn der Pressekonferenz sage Lawrow, dass beide Seiten vor einer weiteren Verschärfung der Situation warnten. Moskau wisse, dass die EU keine Verschärfung wolle, mache aber trotzdem so weiter wie bisher.

Borrell kam ohne klares Mandat zu Lawrow, denn die EU-Staaten sind in der Frage weiterer Sanktionen gegen Russland gespalten. Doch wird Borrell für seinen Pragmatismus auch gelobt.

Die sei der Beginn einer Diskussion, meint die finnische EU-Abgeordnete Elsi Katainen. Es sei gut, dass Borrell die Haltung der EU klar gemacht und das russische Vorgehen verurteilt habe. Selbst in schwierigen Situationen sollte ein Dialog aufrecht erhalten werden.

Die russische Seite erklärte, Moskau werde Einmischungen von außen in den Fall Nawalny niemals akzeptieren.

Die Putin-Regierung werde auf Druck nicht nachgeben, so der Analyst Andrej Kortunow. Er erwarte daher keinerlei Folgen der Erklärungen nicht nur von Borrell, sondern auch von Bundeskanzlerin Merkel, Staatspräsident Macron und anderen nicht. Diese würden keine Auswirkungen auf die Situation mit Nawalny haben.

Russland sonnt sich wegen seines aktuellen Kassenschlagers, des Sputnik-Impfstoffs, derzeit im diplomatischen Glanz - Nawalny soll das nicht verderben.

Journalist • Stefan Grobe