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Doku über Weltstar Pelé: "Er hat die Identität Brasiliens geformt"

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Pelé bei einem seiner drei WM-Triumphe. Eine einmalige Bilanz.
Pelé bei einem seiner drei WM-Triumphe. Eine einmalige Bilanz.   -   Copyright  AP/ Arquivo
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Was bei der Fußball-WM 1958 begann, hatte über Jahrzehnte Bestand: Tor für Pelé. Eines beeindruckender als das andere.

Pelé zelebrierte Ballkunst und -beherrschung, wie sie damals in Europa noch unbekannt waren. Und Fußwerk für die Ewigkeit: Edson Arantes do Nascimento ist bis heute der einzige Fußballer, der drei Mal (1958, 1962 und 1970) Weltmeister geworden ist. Seine Kunst wurde nicht nur in Brasilien Kult.

David Tryhorn hat bei der Netflix-Dokumentation über den brasilianischen Ballkünstler Regie geführt: "Vor 1958 war Brasilien nicht als das Land des Fußballs bekannt. Seit 1970 denkt man bei Brasilien als erstes an Fußball. Und das liegt zwar an einer Generation von begabten Spielern. Pelé war aber immer der verbindende Faktor. Er hat geholfen, die kulturelle Identität einer Nation zu formen. Das klingt sehr hochtrabend, aber ich glaube nicht, dass es in diesem Fall soooo übertrieben ist."

"Niemand ist mit Pelé vergleichbar"

Die Netflix-Dokumentation zeigt aber nicht nur Glanz und Gloria. Schließlich passierte die Wandlung Pelés zum Weltstar während der brasilianischen Militärdiktatur (1964 - 1985). Eindeutig Farbe bekennnen gegen die Machthaber blieb ihm fremd. Denn längst stand ihm persönlich die Welt schrankenlos offen.

Von einem dunklen Fleck lässt sich aber auch schlecht sprechen. Auch aus seiner Sicht wohl eher ein Schönheitsfehler. Schließlich überragte der Fußball vieles.

Regisseur David Tryhorn: "Niemand ist mit Pelé vergleichbar, weil er zu einem globalen Phänomen wurde, es ist ein bisschen so, als gehörte er mehr der Welt als Brasilien. Was eigentlich ein bisschen unfair ist, weil er seine ganze Karriere in Brasilien gespielt hat, er hat drei Weltmeisterschaften für das Land geholt. Ich denke, er leidet wahrscheinlich wie viele sehr berühmte Menschen darunter, dass er immer noch da ist, obwohl es 50 Jahre her ist, dass er das letzte Mal gegen einen Fußball getreten hat."

Einblicke gibt es auch in das Gefühlsleben. Und den Erfolgsdruck. Pelé sagt gegen Ende des Films: "Das große Geschenk des Sieges war nicht die Trophäe sondern die Erleichterung".