Zwischen Flugshows und Militärtechnik zieht eine andere Entwicklung die Aufmerksamkeit auf sich: Drohnen, autonome Systeme und eine neue Generation von Verteidigungsunternehmen.
Kampfjets gehören weiterhin zu den Publikumsmagneten der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) in Berlin. Doch wer über das Gelände der ILA läuft, merkt schnell: Viele Gespräche drehen sich inzwischen um etwas anderes. Drohnen, autonome Systeme und neue digitale Technologien prägen die diesjährige Messe.
Zum Auftakt kam es jedoch zunächst zu Störungen: Pro-palästinensische Aktivisten blockierten zeitweise beide Zufahrtsstraßen zum Gelände am Flughafen BER, weswegen Besucher mit Verzögerungen rechnen mussten. Auch die von der ILA organisierten Shuttlebusse konnten vorübergehend nicht fahren.
Die Polizei löste die Blockaden im Laufe des Vormittags auf.
Drohnen und Verteidigung im Fokus
Auf der ILA werden vier Tage lang neue Plattformen präsentiert, Investoren halten Ausschau nach vielversprechenden Entwicklungen und Vertreter von Streitkräften informieren sich über Technologien, die in den vergangenen Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen haben. Insgesamt sind in diesem Jahr rund 750 Aussteller aus 37 Ländern vertreten. Auch die Bundeswehr ist deutlich sichtbar. Zwischen den Hallen werben Soldaten an Rekrutierungsständen für Karrieren bei den Streitkräften, hinzu kommen Flugvorführungen und Ausstellungen militärischer Systeme.
Gezeigt werden Entwicklungen aus den Bereichen Luftfahrt, Raumfahrt und Verteidigung. Die Veranstalter erwarten mehr als 100.000 Besucher.
Auf dem Gelände reicht die Bandbreite von Kampfjets, Flugabwehrsystemen, wie beispielsweise dem IRIS-T, und Transportflugzeugen über Satelliten- und Raumfahrttechnik bis hin zu Drohnen, autonomen Fahrzeugen und Systemen zur Drohnenabwehr.
Neue Akteure gewinnen an Bedeutung
Zu den Unternehmen, die ihre neuesten Entwicklungen vorstellen, gehören Rheinmetall, Helsing, Airbus oder der deutsche Drohnenhersteller Quantum Systems. In Anwesenheit von Bundeskanzler Friedrich Merz präsentierte das Unternehmen erstmals die neue Kampfdrohne Pulse P19. Nach Angaben des Herstellers kann das System sowohl bemannt als auch unbemannt betrieben werden. Die Plattform ist für unterschiedliche Aufgaben ausgelegt – von Aufklärungs- und Überwachungsmissionen bis hin zur Abwehr anderer Drohnen.
Im Interview mit Euronews erklärt Krista-Marija Läbe, stellvertretende Sprecherin von Quantum Systems, dass unter den Tragflächen der Pulse P19 verschiedene Nutzlasten montiert werden, darunter auch Abfangdrohnen. Diese sollen von der Plattform aus gestartet werden können, um andere Drohnen in der Luft zu bekämpfen.
Für Läbe zeigt die diesjährige ILA vor allem, wie stark sich die Branche verändert hat. "Ich finde es wahnsinnig beeindruckend, dass viele neue Player dieses Jahr auf der ILA sind. Das ist, glaube ich, noch ganz anders als noch vor zwei Jahren", sagte sie im Gespräch mit Euronews. Besonders freue sie sich darüber, dass neben den etablierten Konzernen inzwischen auch ukrainische Unternehmen und junge Technologieanbieter auf der Messe vertreten sind.
"Und es ist gut zu sehen, dass diese Messe nicht nur den alten Playern, den alten Primes gehört, sondern eben auch die jungen, wilden und die neu aufstrebenden Unternehmen eine immer größere Rolle spielen", erklärt sie.