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Mutante P.1 hat in Manaus in Brasilien gewütet - und anderswo?

Sarg einer 94-Jährigen, die Ende Januar zu Hause in Manaus an Covid-19 gestorben ist
Sarg einer 94-Jährigen, die Ende Januar zu Hause in Manaus an Covid-19 gestorben ist Copyright Edmar Barros/Copyright 2021 The Associated Press. All rights reserved
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Von Euronews mit dpa, NYT
Zuerst veröffentlicht am
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In #Manaus in Brasilien haben sich auch Menschen mit P.1 infiziert, die von #COVID19 genesen waren. Wird diese Mutante auch an anderen Orten gefährlich? #P1

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Erst einige Monate nach dem ersten Auftreten der brasilianischen Variante des Coronavirus P.1 liegen nun erste Forschungsergebnisse vor. 

An Weihnachten und Silvester war das Gesundheitssystem in Manaus im brasilianischen Amazonas-Gebiet so gut wie zusammengebrochen. Noch im Januar starben viele Patient:innen zu Hause, weil in den Krankenhäusern kein Platz mehr war. Dabei hatten Wissenschaftler:innen zunächst festgestellt, dass sich in Manaus auch Menschen mit P.1 infiziert hatten, die zuvor schon an Covid-19 erkrankt und wieder genesen waren. Eigentlich hätten diese ehemaligen Patient:innen gegen das Coronavirus durch ihre Antikörper immun sein sollen. Wegen der vielen Covid-19-Fälle waren Experten von einer Art Herdenimmunität in Manaus ausgegangen.

Die Variante P.1 ist einer im Preprint veröffentlichten Studie zufolge etwa 1,4- bis 2,2-mal ansteckender einzuschätzen als der Wildtypus. Die Wahrscheinlichkeit, sich nach einer Covid-19-Erkrankung erneut mit P.1 zu infizieren, gilt als zu 25 bis 61 Prozent wahrscheinlich. Zudem gibt es erste Hinweise darauf, dass der in Brasilien eingesetzte chinesische Impfstoff bei der Variante weniger wirksam sein könnte.

"Die Ergebnisse gelten für Manaus, aber ich weiß nicht, ob sie auch für andere Orte gelten", sagte Nuno Faria, ein Virologe am Imperial College London, der einen Großteil der neuen Studie leitete, laut New York Times.

P.1 breitet sich nun über die anderen Teile Brasiliens aus und wurde in 24 weiteren Ländern gefunden - darunter in Deutschland und in der Schweiz.

Auch in Großbritannien - wo viele Virus-Proben sequenziert werden - sind einzelne Fälle von P.1 registriert worden. Einige Experten gehen offenbar davon aus, dass sich P.1 gegen die sogenannte britische Variante B.1.17 nicht durchsetzen kann.

Die Wirksamkeit der Impfstoffe gegen die verschiedenen Mutanten muss noch überprüft werden.

Die neue Coronavirus-Variante P.1 war im Januar bei vier aus Brasilien nach Japan eingereisten Menschen nachgewiesen worden. Sie kamen aus dem Amazonas-Gebiet. Analysen der Forschungseinrichtung Fundação Oswaldo Cruz in Rio de Janeiro deuteten Mitte Februar darauf hin, dass die Variante für 90 Prozent der Corona-Fälle im Bundesstaat Amazonas verantwortlich war. 

Brasilien ist eines der am stärksten von der Corona-Pandemie betroffenen Länder. Bislang haben sich im größten Land Lateinamerikas fast 10,6 Millionen Menschen nachweislich mit SARS-CoV-2 infiziert - nur in den USA und in Indien gibt es noch mehr bestätigte Fälle. Ein Jahr nach dem ersten registrierten Corona-Fall in Brasilien, überschritt das Land die Marke von 250 000 Toten in Verbindung mit Covid-19.

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