In der Straße von Hormus ist wieder ein Schiff beschossen worden, diesmal ein Frachter aus Deutschland. Ein Projektil verursachte einen Brand an Bord, die Crew musste das Schiff aufgeben. Außenminister Wadephul fordert eine diplomatische Lösung.
In der Straße von Hormus ist erneut ein Frachtschiff in Brand geraten, nachdem es von einem "unbekannten Geschoss" getroffen worden war. Das Schiff "Source Blessing" sei nicht direkt getroffen worden, habe jedoch Feuer gefangen, teilte der Hamburger Konzern Hapag-Llloyd mit. Der Frachter ist an den dänischen Konkurrenten Maersk verchartert.
Das Feuer zwang die Besatzung zur Evakuierung, wie die britische Behörde für maritime Sicherheit (UKMTO) mitteilte. Die Besatzung blieb unverletzt. Demnach ereignete sich der Vorfall rund 20 Kilometer nördlich der Küste Omans.
Mehrere Schiffe getroffen
Bereits am Vortag wurden drei Schiffe getroffen, alle in griechischem Besitz.
Seit Beginn des Kriegs im Iran sind in der Golfregion wiederholt Schiffe angegriffen worden. Zudem haben die iranischen Revolutionswächter die Sperrung der für den weltweiten Seehandel wichtigen Straße von Hormus veranlasst.
Die Straße von Hormus ist aus diesem Grund nahezu geschlossen – mit schweren Folgen für den globalen Ölhandel.
Die dänische Reederei Maersk hat alle Durchfahrten bis auf Weiteres ausgesetzt, auch Hapag-Lloyd, CMA-CGM und MSC haben ihre Fahrten gestoppt. Derzeit liegen etwa 400 Öl- und Produkttanker im Golf untätig vor Anker.
Die Islamische Republik kündigte an, keinen einzigen Liter Öl an ihre Gegner liefern zu lassen. US-Präsident Donald Trump warnte, die USA würden ihre Angriffe deutlich ausweiten, sollte Teheran versuchen, die Passage zu blockieren.
Eine kurze Unterbrechung sei verkraftbar, doch eine einmonatige Sperrung würde die Ölpreise "deutlich in den dreistelligen Bereich" steigen lassen und die europäischen Gaspreise auf das Niveau von Ende 2022 treiben.
Wadephul fordert diplomatische Lösung
Außenminister Johann Wadephul forderte während seines Besuchs in der Türkei eine diplomatische Lösung. Nur auf diplomatischem Wege könne ihm zufolge "eine verlässliche und nachhaltige" Lösung entstehen, sagte Wadephul.
"Deshalb bin ich der Meinung, dass wir unsere gemeinsamen Interessen aus der Golfregion, aber auch hier in der Nachbarschaft bündeln sollten", erklärte der Außenminister weiter.
Gemeinsam müsse man einen Ausweg aus diesem Krieg finden und gleichzeitig eine erste Vorstellung davon entwickeln, wie eine zukünftige Sicherheitsarchitektur für die Region aussehen könne, sagte Wadephul während einer Pressekonferenz mit seinem türkischen Amtskollegen.