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Wirtschaft stellt sich auf neues EU-Klimagesetz ein

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Von Stefan Grobe  & Brian Carter
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Wirtschaft stellt sich auf neues EU-Klimagesetz ein
Copyright  INA FASSBENDER/AFP
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Schadstoffneutralität bis 2050 und mindestens eine Reduzierung von 55 Prozent der CO2-Emissionen von 1990 bis 2030. Das sind die Kernpunkte des von den EU-Institutionen ausgehandelten Klimagesetzes, das diese Ziele nun verpflichtend macht.

Während die Industrie darauf hinweist, sich schon seit Jahren auf einen grünen Übergang eingestellt zu haben, zwingen sie die neuen EU-Ziele, mehr zu tun.

Die neuen Ziele und Richtlinien auf EU-Ebene seien ein weiteres Zeichen dafür, alle Bemühungen weiter zu verstärken, sagt Laurent Donceel vom Verband der Fluggesellschaften. Dabei müssten alle Beteiligten zusammenarbeiten. Die Aufgabe der Dekarbonisierung sei so groß, dass kein Sektor es allein schaffen könne.

Eine Einsicht, die branchenübergreifend wächst. Für die Airlines bedeuten weniger Emissionen auch sparsameren Treibstoffverbrauch. Etwas, woran die Raffinerie-Branche bereits arbeitet.

Schon vor dem Pariser Klima-Abkommen sei bekannt gewesen, dass der Treibstoffverbrauch gesenkt werden müsse, so Branchensprecher John Cooper. Die europäische Politik dränge stark darauf. Es würden nun Flüssigstoffe ohne Erdöl entwickelt. Erdöl werde zwar langfristig durch Elektrifizierung und Wasserstoff abgelöst, aber nicht vollständig. Flugzeuge, Frachtschiffe und Schwerlaster würden noch auf absehbare Zeit Flüssigtreibstoffe benötigen, allerdings mit Hilfe erneuerbarer Energien.

Industrievertreter sagen, die neuen Klimaziele müssten nun in jeder einzelner Branche in konkrete Politik umgesetzt werden. Eine schwierige, aber notwendige Aufgabe, wenn man die Klima-Neutralität erreichen will. Für Umweltorganisationen wie Greenpeace ist der neue EU-Klimadeal indes hohl und nicht ambitioniert genug.

Wissenschaftlich betrachtet müsse eine Emissionsreduzierung von mindestens 65 Prozent durchgesetzt werden, wolle man die schlimmste Form des Klimazusammenbruchs verhindern, so Greenpeace-Sprecherin Silvia Pastorelli. Das Klimaziel der EU liege aber nur bei 55 Prozent Reduzierung, faktisch sogar nur bei 52,8 Prozent. Damit liege man weit unter dem wissenschaftlichen Ziel.

Die leichte Differenz ensteht durch den Einschluss natürlicher Elemente, etwa Wälder, die CO2 absorbieren.