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Vor dem Juni-Gipfel in Brüssel ist die NATO am Scheideweg

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Von Sergio Cantone
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Vor dem Juni-Gipfel in Brüssel ist die NATO am Scheideweg
Copyright  AFP
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Die NATO ist an einem Scheideweg und muss sich politisch und strategisch neu aufstellen. Darüber wollen die Staats- und Regierungschefs des Bündnisses auf ihrem Gipfeltreffen am 14. Juni in Brüssel beraten. Und zwar persönlich.

Der NATO-Militärausschuss hat das Treffen intensiv vorbereitet, um die Lebensfähigkeit der Allianz unter Beweis zu stellen. Zur Erinnerung: Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron hatte die NATO als "hirntot" bezeichnet.

Neben traditionellen Bedrohungen und Terrorismus gebe es aggressive regionale Akteure wie Russland und neue Risiken durch Cyberangriffe, gegen die man gewappnet sein müsse, beschreibt Italiens Militärvertreter Roberto Nordio die Lage. Zudem hätten Truppenteile während des Pandemienotstands zivile Aufgaben übernommen. Da das Militär aber diese Herausforderung nicht allein bewältigen könne, brauche es internationale Kooperationspartner wie die EU.

Die EU sucht ihre eigene strategische Autonomie, um mit Macron zu sprechen. 22 der 27 EU-Staaten sind auch NATO-Mitglieder - ist das eine Organisation zu viel?

Die Kooperation zwischen NATO und EU sei nicht einfach, aber sie funktioniere, so noch einmal Generalleutnant Nordio. Langfristig werde man dem europäischen Steuerzahler erklären müssen, warum er zwei Mal bezahlen solle, einmal für die EU und einmal für die NATO.

In diesem Jahr wird die NATO ihre 20 Jahre alte Mission in Afghanistan beenden. Das Bündnis wird ein Land verlassen, wo immer noch alles andere als Friedensbedingungen herrschen.

Auch nach dem Rückzug werde die NATO eine militärische Partnerschaft mit Afghanistan unterhalten, in vollem Respekt vor der afghanischen Souveränität, sagt Nordio.

NATO und EU werden auch künftig nahezu deckungsgleich sein und westlich-demokratische Werte verteidigen. Jeder auf seine Weise.

Journalist • Stefan Grobe