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Interview: Moskaus Mann in Brüssel vermisst positive Initiativen

Von Andrei Beketov
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Interview: Moskaus Mann in Brüssel vermisst positive Initiativen
Copyright  JOHN THYS/AFP
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Euronews: Die Staats- und Regierungschefs der EU beraten diese Woche über die Beziehungen zu Russland. Außenbeauftragter Josep Borrell hat dazu bereits Vorschläge gemacht. Wir wollen darüber sprechen mit dem russischen Botschafter bei der EU in Brüssel, Wladimir Tschitschow.

Tschitschow: Ich kann nicht sagen, dass ich über diese Vorschläge glücklich bin. Anstatt positive Initiativen aufzuzeigen, was längst überfällig wäre, wird der negative Trend erhärtet, den wir schon seit einiger Zeit beobachten.

Euronews: Lassen Sie uns über die Details dieser EU-Russland-Strategie sprechen. Die EU will Härte zeigen, aber dennoch konstruktiv zusammenarbeiten. Wie wird der Kreml auf Vorwürfe von Menschenrechtsverstößen reagieren?

Tschitschow: Man sollte sich der Belebung unserer Beziehungen nicht auf dialektische Weise nähern. Und die EU sollte nicht mit Slogans arbeiten, die in Stein gemeißelt sind. Denn unser Verhältnis entwickelt sich weiter.

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Tschitschow: Was soll hier wie gebremst werden? Dies wäre ein Schritt in eine Sackgasse, weil es unserem Verhältnis keine positiven Impulse gibt.

Ich würde auch sagen, dass es schlecht für die internationale Politik ist, denn wir betrachten die EU nach wie vor als einen wichtigen Akteur auf der globalen politischen Bühne und als einen, wenn ich so sagen kann, einen Pfeiler in unserer multipolaren Welt.

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Tschitschow: Russland ist zurück und zwar schon seit langem. Russland zu ignorieren oder zu versuchen, es zu isolieren, hat im Laufe der Geschichte niemandem geholfen.

Euronews: Die EU benutzt in ihrer Russland-Strategie auch das Wort Engagement. Auf welchen Feldern sehen Sie ein gemeinsames Engagement?

Tschitschow: Vor allem im Gesundheitswesen, beim Kampf gegen die Pandemie.

Euronews: Glauben Sie, dass der russische Sputnik-Impfstoff in der EU genehmigt wird?

Tschitschow: Das wäre nur die logische Folge aller weltweiten Bemühungen, das Virus zu besiegen.

Das Gespräch führte Andrei Beketow.

Journalist • Stefan Grobe