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Online-Hassattacken auf Schülerin Mila: 11 Jugendliche verurteilt

Von Euronews mit dpa, afp
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Mila vor der Urteilsverkündung in Paris
Mila vor der Urteilsverkündung in Paris   -   Copyright  BERTRAND GUAY/AFP or licensors
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In Paris sind elf Jugendliche zu Bewährungsstrafen von vier bis sechs Monaten verurteilt worden. Sie hatten online Hassbotschaften gegen die Schülerin Mila verfasst.

Schülerin beleidigt Islam und spaltet Frankreich

Im Januar 2020 hatte die damals 16-Jährige in einem Instagram-Video drastische Kritik am Islam geübt. Danach wurde sie massiv bedroht und unter Polizeischutz gestellt.

Mila zeigte sich nach der Urteilsverkündung erleichtert. "Ich will, dass wir nie aufgeben, dass wir weiterkämpfen", sagte die heute 18-Jährige in Paris. "Ich will, dass diejenigen, die online Leute fertigmachen, die Morddrohungen verschicken, die andere in den Selbstmord treiben als Kriminelle angesehen werden und aus den sozialen Netzwerken verbannt werden. Ich möchte, dass den Opfern niemals wieder die S chuld zugeschoben wird."

100.000 Hassbotschaften

Insgesamt 100.000 Drohungen und Hassnachrichten hat Mila erhalten, sie konnte wochenlang nicht zur Schule gehen. Ihr Anwalt spricht von "digitalem Lynchmord".

Präsident Macron nahm Mila in Schutz. Es gebe in Frankreich ein "Recht auf Blasphemie".

Die Ministerin Marlène Schiappa unterstützte Mila und brachte den Fall vor Gericht. Die Causa Mila hat Frankreich in zwei Lager gespalten. Kritiker sagen, die junge Frau habe mit ihren Beschimpfungen gegen den Islam die Angriffe provoziert. Für Unterstützer steht Mila für das Recht auf Blasphemie und Meinungsfreiheit.