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Abertausende warten am Flughafen Kabul

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Von Giorgia Orlandi
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Abertausende warten am Flughafen Kabul
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Die Frage ist nicht nur, ob diese Menschen in Afghanistsan es aus dem Land schaffen, sondern wie.

Tausende versuchen zu fliehen. Eine neue Migrationswelle sorgt bereits für Uneinigkeit innerhalb der EU. Die Taliban blockieren den Zugang zum Flughafen in Kabul. Daher machen sich viele auf dem Landweg auf zunächst in den Iran oder nach Pakistan.

Francesco Strazzari, Professor für Internationale Beziehungen an der Scuola Universitaria Superiore Sant'Anna in Pisa sagt: "Alle wollen weg. Die Öffnung humanitärer Korridore ist nicht einfach, da dies die Aufnahme von Verhandlungen mit den Taliban bedeuten würde, und das würde wiederum bedeuten, dass sie politisch anerkannt werden. Das jedoch wollen viele Länder nicht."

Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel sagte kürzlich, der Westen sollte die Nachbarländer Afghanistans unterstützen, damit sie mit dem Zustrom von Flüchtlingen besser fertig werden können.

Strazzari meint: "Die EU-Länder fürchten eine Flüchtlingskrise - so wie 2015. Diese hat rechts-extreme Kräfte wie die AfD in Deutschland erstarken lassen, - ein hoher Preis in den Augen liberaler Politiker. Jetzt sagt schon Ungarns Orban, er sei nicht bereit für die Fehler der USA zu zahlen, und die Flüchtlingskrise gibt auch den rechts-extremen Kräften in Italien Nahrung, die sich schon lange an diesem Thema festgebissen haben."

Die Menschenrechtsorganisation "Human Rights Watch" hat gemeinsam mit einer Gruppe von Nichtregierungsorganisationen europäische Länder aufgefordert, Zwangsrückführungen nach Afghanistan auszusetzen. Andrea Prasow von Human Rights Watch sagt: "Einige haben zugestimmt, niemanden mehr nach Afghanistan abzuschieben, aber das ist buchstäblich das Mindeste, was sie tun können. Was wir brauchen, ist eine feste Zusage, bei Evakuierungen zu helfen. Die Menschen, die fliehen, brauchen sofort eine Unterkunft, und sie werden sie möglicherweise für sehr lange Zeit brauchen."

Am Flughafen Kabul herrscht Chaos. Eine Frau klettert über die Mauer in die Arme amerikanischer Soldaten. Vor allem Frauen und Mädchen in Afghanistan haben jetzt Angst. Ihre Freiheiten, ihre Rechte waren von einem Tag auf den anderen weg.