Rettung in Ramstein: Baby aus Afghanistan auf dem Rollfeld geboren

Nach der Geburt im Frachtraum werden Mutter und Kind aus dem Flieger gebracht
Nach der Geburt im Frachtraum werden Mutter und Kind aus dem Flieger gebracht Copyright U.S. Air Force
Von Euronews mit AP, dpa
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Gegen Ende des Fluges einer US-Militärmaschine aus Kabul in die Pfalz setzten nicht nur Wehen, sondern auch gesundheitliche Komplikationen ein. Die Piloten reagierten geistesgegenwärtig und erhöhten den Luftdruck in der Kabine.

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Ein Lichtblick mitten im Evakuierungschaos: Im Frachtraum einer US-Militärmaschine hat eine Afghanin auf dem Rollfeld des Luftwaffenstützpunktes Ramstein ein Mädchen zur Welt gebracht. Mutter und Kind gehe es gute, erklärte das Transportkommando der US-Luftwaffe.

Weil während des Fluges die Wehen einsetzten und Gesundheitsprobleme dazukamen, hatte der Pilot extra die Flughöhe reduziert, damit sich der Luftdruck in der Kabine erhöhte. Das Manöver habe geholfen, das Leben der Frau und des Neugeborenen zu retten, berichtete das Trannsportkommando.

Die Air Base Ramstein ist der weltweit größte Stützpunkt der US-Luftwaffe außerhalb der USA. Seit der Eskalation der Situation am Kabuler Flughafen nimmt er plötzlich eine herausragende Rolle ein. In Windeseile wurde ein Zelt-Camp aus dem Boden gestampft.

Ein Übergangsheim für die afghanischen Ortskräfte und ihre Angehörigen, die für die US-Armee in Afghanistan tätig waren. Täglich landen mehrere Maschinen aus Kabul. Die Zahl der Schutzsuchenden hier hat sich mittlerweile auf über 2300 erhöht.

Auch für das Personal ist dieser etwas andere Militäreinsatz keine Routine. Bei vielen helfenden Händen handelt es sich um Freiwillige, in der Regel Angehörige der dort stationierten Soldaten.

Nicht erspart bleibt den Ankommenden nach einer medizinischen Erstversorgung die Bürokratie. Nach einer Registrierung und einer wohl bitter benötigten Erholungsphase wartet auf die ehemaligen Ortskräfte nur noch ein letzter Kraftakt: Der ersehnte Weiterflug in die neue dauerhafte Heimat USA.

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